Berlins Kino International feiert Comeback – während die Berlinale in der Krise steckt

Claudia Schmidt
Claudia Schmidt
2 Min.
Ein Plakat für ein Konzert in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe farbenfroher Menschen vor einem Gebäude, mit der Aufschrift "Berlin - Die Stadt des Pariser Chicks" oben.Claudia Schmidt

Maria Schrader über Berlinale-Leitung: "Sie ist die Richtige" - Berlins Kino International feiert Comeback – während die Berlinale in der Krise steckt

Nach 18 Monaten Sanierung hat Berlins legendäres Kino International wieder seine Pforten geöffnet. Die Neueröffnung fällt in eine Phase neuer Kontroversen um die Berlinale, deren Führung und Umgang mit politischen Debatten in der Kritik stehen.

Die Filmregisseurin Maria Schrader hat sich öffentlich hinter Festivalleiterin Tricia Tuttle gestellt und sie als die richtige Person für den Posten bezeichnet. Zugleich forderte Schrader Politiker auf, die Unabhängigkeit des Festivals zu wahren – kurz vor einer entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrats über Tuttles Zukunft.

Das 1963 erbaute Kino International, ein architektonisches Wahrzeichen, feierte diese Woche mit einer Wiedereröffnungsgala sein Comeback. Die aufwendige Restaurierung markiert einen Neuanfang für das historische Lichtspielhaus.

Doch während das Cinemaxx Berlin in neuem Glanz erstrahlt, steckt die Berlinale in einer Krise: Vorwürfe wegen Antisemitismus und Meinungsfreiheit belasten das Festival. 2024 und 2025 hatten antisemitische Äußerungen von Preisträgern – darunter eines syrischen Drehbuchautors – auf der Bühne für Empörung gesorgt. Kritiker warfen der Festivalleitung vor, strukturelle Probleme nicht anzugehen, und forderten schärfere Regeln.

Der politische Druck wuchs: Die CDU-Abgeordnete Ellen Demuth verlangte im Bundestag eine Antisemitismus-Klausel für das staatlich finanzierte Event. Einige Politiker sahen die Notwendigkeit klarer Grenzen, andere warnten vor zu großer Einmischung – besonders vor dem Hintergrund von Vorwürfen der Zensur in Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt. Branchenvertreter hingegen betonten die Autonomie der Berlinale.

Schrader positionierte sich in der Debatte und unterstrich, zwischen Antisemitismus und Kritik an Israels Militäroperationen zu unterscheiden. Sie forderte Politiker auf, die Meinungsfreiheit im Rahmen des Gesetzes zu schützen und vielfältige Perspektiven zum Nahostkonflikt zuzulassen. Tuttle selbst bekräftigte unterdessen, im Amt bleiben zu wollen.

Eine anstehende Sitzung des Aufsichtsrats wird nun über Tuttles Verbleib entscheiden. Die Entscheidung fällt nach monatelangen Diskussionen über ihre Führung und den Umgang des Festivals mit politischen Konflikten.

Die Wiedereröffnung des Kino International fällt in eine Schlüsselfase für die Berlinale. Die Weichenstellung des Aufsichtsrats zu Tuttles Zukunft wird die Ausrichtung des Festivals inmitten anhaltender politischer und kultureller Spannungen prägen.

Schraders Unterstützung für Tuttle verdeutlicht den Graben zwischen Forderungen nach strengerer Kontrolle und dem Wunsch, die künstlerische Freiheit zu bewahren. Das Festival steht nun vor einer Entscheidung, die sein Verhältnis zu Filmschaffenden und Politik neu definieren könnte.

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