26 April 2026, 00:18

Kreuzberger Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius und dessen Hetze

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Kreuzberger Bündnis kämpft gegen rechtsextremes Portal Nius und dessen Hetze

Neues Protestbündnis in Berlin-Kreuzberg formiert sich gegen das rechtsextreme Portal "Nius"

In Berlins Kreuzberger Szene hat sich ein neues Protestbündnis gegründet, das sich gegen Nius richtet – eine als rechtsextrem eingestufte Medienplattform, der vorgeworfen wird, spaltende Rhetorik zu verbreiten. Rund 250 Menschen nahmen an der Auftaktveranstaltung teil, bei der Redner:innen das Portal dafür kritisierten, Klischees, rassistische Narrative sowie Angriffe auf Geflüchtete, Klimaaktivist:innen und demokratische zivilgesellschaftliche Gruppen zu schüren. Die Organisator:innen bezeichneten Nius als ein "digitales Pranger", das gezielt die öffentliche Debatte nach rechts verschiebe.

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Die Veranstaltung in der Nähe des Dragonerareal-Geländes sollte die Methoden des Portals unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt aufdecken. Eine detaillierte Analyse kommt zu dem Schluss, dass Nius als Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse fungiert und damit die gesellschaftliche Mitte weiter nach rechts drängt. Trotz aggressiver Eigenwerbung bleibt das Portal jedoch ein Nischenmedium – es schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Nius hatte im Vorfeld versucht, die Proteste zu diskreditieren, indem es die Initiative "Nein zu Nius" als "linksextrem" und steuerfinanziert darstellte. Zudem griff das Portal Guido Arnold an, ein Mitglied des technikkritischen Kollektivs çapulcu, indem es sein Foto veröffentlichte und sein Wohnhaus ohne Belege observieren ließ.

Auf der Veranstaltung wurden Gegenstrategien diskutiert, darunter Widerstand, Solidarität und Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien sowie Tech-Konzerne. Finanziert wird Nius vom Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält. Die Protestierenden kündigten an, in den kommenden Wochen vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg zu demonstrieren.

Das Bündnis setzt darauf, die Arbeit des Portals durch öffentlichen Druck und direkte Aktionen zu stören. Zwar ist die Reichweite von Nius begrenzt, doch sein Einfluss auf die politische Debatte gibt Anlass zur Sorge. Die Organisator:innen konzentrieren sich nun darauf, breiteren Widerstand gegen die rechtsextreme Botschaften der Plattform und die dahinterstehenden Finanznetzwerke aufzubauen.

Quelle