Enso rettet ländliche Supermärkte mit Tegut-Übernahme und Genossenschaftsmodell
Hannah FuchsEnso rettet ländliche Supermärkte mit Tegut-Übernahme und Genossenschaftsmodell
Deutsche Supermarktkette Enso übernimmt bis zu 36 Tegut-Filialen und expandiert
Die Übernahme folgt auf den Rückzug des Schweizer Handelskonzerns Migros vom deutschen Markt, durch den viele ländliche Regionen ohne nahen Supermarkt zurückblieben. Ensos einzigartiges Genossenschaftsmodell soll die Versorgungslücke in unterversorgten Gebieten schließen, aus denen sich größere Ketten zurückgezogen haben.
Migros hatte kürzlich seinen Ausstieg aus Deutschland bekannt gegeben und seine Tegut-Filialen zum Verkauf gestellt. Während große Händler wie Edeka, Rewe und Aldi wenig Interesse an kleineren, ländlichen Standorten zeigen, springt Enso in die Bresche. Das Unternehmen spezialisiert sich darauf, die lokale Nahversorgung wiederzubeleben – insbesondere dort, wo der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt liegt.
Mit dem Konzept „Tante Enso“ verbindet das Unternehmen den Charme eines traditionellen Tante-Emma-Ladens mit modernem Einzelhandel. Die Filialen sind mit Selbstbedienungskassen ausgestattet, sodass Kunden rund um die Uhr einkaufen können – auch ohne Personal vor Ort. Eine Mitgliedskarte gewährt Anwohnern Rabatte, allerdings nur, wenn ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung der Genossenschaft beitritt.
Das Modell hat sich bereits in Orten wie Lemgow bewährt, wo eine Tante-Enso-Filiale nach der Schließung eines Edeka-Markts wiedereröffnet wurde. Vor der Neueröffnung lag der nächste Supermarkt 11 Kilometer entfernt. Neben Lebensmitteln fungieren die Läden als lokale Treffpunkte und führen Bio- sowie Regionalprodukte neben bekannten Markenartikeln.
Mittlerweile betreibt Enso fast 90 Tante-Enso-Filialen in ganz Deutschland. Der Fokus auf ländliche Regionen und das genossenschaftliche Einkaufsmodell heben die Kette von klassischen Supermarktketten ab.
Durch die Übernahme der Tegut-Standorte kehrt in vielen von Großhändlern verlassenen Gebieten die Nahversorgung zurück. Das Genossenschaftsprinzip sichert dabei die Einbindung der Gemeinschaft und ermöglicht Einkäufe rund um die Uhr. Gelingt die Expansion, könnte sie für ländliche Gemeinden, die mit begrenzten Einkaufsmöglichkeiten kämpfen, eine Rettung bedeuten.






