26 April 2026, 12:10

12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von der Reform?

Tankstelle zeigt Vergleich von Regular-Gasolin- und Dieselpreisen für September 2014, mit beschrifteten Kraftstoffabgabestellen, die prozentuale Unterschiede anzeigen.

12-Stunden-Regel an Tankstellen: Wer profitiert wirklich von der Reform?

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für Preiserhöhungen an Tankstellen die Gewinne der Mineralölindustrie gesteigert haben könnte. Forscher analysierten Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K) und untersuchten dabei insbesondere die Entwicklungen vor und nach Inkrafttreten der Reform am 1. April. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Maßnahme ihren eigentlichen Zweck – die Senkung der Spritpreise – verfehlt hat.

Die Studie verglich die Preisentwicklung über einen Zeitraum von jeweils 14 Tagen vor und nach Einführung der Regel. In diesem Zeitraum stiegen die Gewinnspannen bei Superbenzin im Durchschnitt um 6 Cent pro Liter. Die Forscher ermittelten diese Spannen, indem sie die Netto-Endverbraucherpreise mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) vergleichen.

Die Auswirkungen fielen je nach Region und Unternehmen unterschiedlich aus. Besonders stark stiegen die Preise in Süddeutschland, während kleinere Ketten und unabhängige Tankstellenbetreiber ihre Gewinnmargen aggressiver erhöhten als große Konzerne. Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE), wies darauf hin, dass die Wirkung der Reform stark von der lokalen Konkurrenzsituation und der Marktstruktur abhing.

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Bei Dieselkraftstoff waren die Veränderungen weniger deutlich. Jacob Schildknecht vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stellte starke Schwankungen bei den Diesel-Margen fest, was es schwierig mache, einen durchgehenden Anstieg nachzuweisen. Dennoch deutete er an, dass auch Diesel von der Regelung betroffen sein könnte. Leona Jung vom DICE ergänzte, dass die Reform bisher nicht zu einem Rückgang der allgemeinen Spritpreise geführt habe.

Die Studie zeigt eine uneinheitliche Reaktion auf die 12-Stunden-Preisregel. Während die Margen bei Benzin spürbar stiegen, bleibt die Entwicklung bei Diesel schwerer zu bewerten. Bisher scheint die Reform vor allem der Mineralölindustrie zugutekommen – und nicht den Verbrauchern.

Quelle