24 March 2026, 14:07

Verbotenes Ballett Nurejew feiert zensurfreie Rückkehr in Berlin

Eine Ballerina in einem weißen Tutu und Spitzenschuhen tanzt auf der Bühne, während das Publikum zusieht, mit einem Schlossgemälde im Hintergrund.

Verbotenes Ballett Nurejew feiert zensurfreie Rückkehr in Berlin

Das Ballett Nurejew, einst in Russland wegen queerer Themen verboten, kehrt in Berlin auf die Bühne zurück

Die Produktion, die 2017 in Moskau ihre Uraufführung erlebte, wurde unter verschärften anti-LGBTQ-Gesetzen zensiert, bevor sie am Staatsballett Berlin eine neue Heimat fand. Die Wiederaufführung ermöglicht es dem Publikum nun, Rudolf Nurejews Lebensgeschichte – einschließlich seiner Homosexualität – ohne Einschränkungen zu erleben.

Das Ballett zeichnet Nurejews außergewöhnlichen Werdegang nach: von seiner Geburt 1938 im Transsibirien-Express bis zu seinem Tod 1993 in Paris. Es zeigt seine Ausbildung bei Alexander Puschkin an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad, seine spektakuläre Flucht in den Westen und sein ambivalentes Verhältnis zu Russland. Die Bühnenbilder spiegeln sein exzentrantes Leben wider – mit männlichen Akten alter Meister, Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und sogar Nachbildungen seiner italienischen Insel.

Ursprünglich von Juri Possochow choreografiert und von Kirill Serebrennikow inszeniert, feierte Nurejew 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere. Doch bis 2023 verbot die russische Regierung die Aufführung wegen der "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" sowie aufgrund von Serebrennikows Verurteilung wegen Untreue. Die Berliner Wiederaufführung 2024, nun unter der Regie des im Exil lebenden Serebrennikow, stellt die queeren Elemente des Werks wieder her.

Der emotionale Höhepunkt des Balletts zeigt Nurejews Tod, inszeniert als eine Szene, in der er selbst, mit weißem Turban, seine letzten Momente dirigiert. Während der erste Akt durch seine Tiefe besticht, bemängeln Kritiker, dass der zweite Akt mit überladener Theatralik und holprigem Humor kämpft.

Die Berliner Neuinszenierung bietet eine seltene Gelegenheit, Nurejew so zu erleben, wie es gedacht war – frei von der Zensur, die es von russischen Bühnen verbannt hat. Während Possochow weiterhin in Moskau arbeitet und Serebrennikow aus dem Ausland Regie führt, unterstreicht die Produktion sowohl künstlerische Widerstandsfähigkeit als auch die anhaltenden Einschränkungen queerer Ausdrucksformen in Russland. Die Rückkehr des Balletts sichert Nurejews vielschichtiges Erbe – sein Talent, seinen Widerstandsgeist und seine Queerness – für ein globales Publikum.

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