Osnabrücks Kita-Ausbau scheitert an fehlender Unterstützung des Landes
Claudia SchmidtOsnabrücks Kita-Ausbau scheitert an fehlender Unterstützung des Landes
Osnabrück investiert seit Jahren in Kita-Ausbau – und kritisiert fehlende Landeshilfe
Seit über einem Jahrzehnt baut die Stadt Osnabrück ihr Betreuungsangebot aus, um den gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz ab dem ersten Lebensjahr zu erfüllen. Trotz hoher kommunaler Investitionen wirft die Verwaltung dem Land nun vor, sich an der Finanzierung nicht ausreichend zu beteiligen. Wolfgang Beckermann, einer der treibenden Kräfte hinter dem Ausbau, fordert dringend eine Neuverteilung der Lasten.
Seit 2009 hat Osnabrück rund 113 Millionen Euro in den Bau von Kitas gesteckt, während das Land knapp acht Millionen Euro beigesteuert hat. Der Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung hatte die Expansion ausgelöst – die Stadt trug dabei den Großteil der Kosten, auch wenn das Land etwa ein Drittel der laufenden Betriebskosten übernimmt.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, startete die Kommune im Sommer 2022 ein Maßnahmenpaket: Dazu gehören die Ausbildung von Spezialkräften, die Anwerbung von Quereinsteigern sowie Fortbildungsangebote. Zudem wurden Springerpools eingerichtet und gezielte Werbekampagnen gestartet. Mittlerweile sind fast alle Stellen in den städtischen Kitas besetzt.
Beckermann zeigt sich verärgert über die zurückhaltende Unterstützung des Landes. Er betont, dass die dauerhafte Finanzierungslast den Haushalt der Stadt belaste – besonders problematisch: Im Landeshaushalt 2024 sind keine Mittel für den Kita-Neubau vorgesehen. Zwar fördert das Land freie Träger rechtlich und finanziell, doch Beckermann hält die fehlende Beteiligung an den Baukosten für „überholt und inakzeptabel“.
Zwar hat Osnabrück den Personalmangel behoben und die Kapazitäten ausgebaut, doch der finanzielle Druck bleibt. Ohne höhere Landeszuschüsse wird die Stadt weiterhin den Löwenanteil der Kosten tragen müssen. Beckermanns Appell an schnelle Lösungen unterstreicht die Notwendigkeit einer gerechteren Kostenverteilung.






