Niedersachsen meldet weniger Kriminalität – doch Messerangriffe steigen alarmierend
Hannah FuchsWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen meldet weniger Kriminalität – doch Messerangriffe steigen alarmierend
Niedersachsen verzeichnet zweiten Rückgang der Kriminalität in Folge – aber Messerangriffe nehmen zu
Niedersachsen hat im zweiten Jahr in Folge weniger Straftaten registriert: 2025 wurden insgesamt 506.634 Delikte erfasst. Besonders deutlich ging die Zahl der Cannabis-Straftaten zurück, seit der Besitz in geringen Mengen entkriminalisiert wurde. Behörden warnen jedoch, dass die Statistik nicht das ganze Bild zeige. Gleichzeitig nehmen Messerangriffe zu – als Reaktion verschärft das Land nun die Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Nahverkehr.
Die Gesamtzahl der Straftaten in Niedersachsen ist 2025 erneut gesunken und setzt damit den Rückgang des Vorjahres fort. Allein bei Cannabis-Delikten gab es 5.572 Fälle weniger – eine direkte Folge der gesetzlichen Lockerungen. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) betonte jedoch, dass der Rückgang auch strukturelle Probleme überdecken könnte, etwa Engpässe bei der legalen Versorgung.
Messergewalt: Gemischte Bilanz Bei schweren und gefährlichen Körperverletzungen mit Messern sank die Zahl um 112 auf 766 Fälle. Insgesamt stiegen Messerangriffe jedoch um 4,26 Prozent auf 3.185 Vorfälle an. Den größten Anteil machten Bedrohungen aus (1.739 Fälle). Die Ermittler führten 87 männliche Tatverdächtige in Zusammenhang mit diesen Straftaten auf.
Als Konsequenz verhängte das Innenministerium ein landesweites Waffenverbot im öffentlichen Personennahverkehr. Betroffen sind Busse, Züge, Fähren, Bahnhofsgebäude, Bahnsteige und Unterführungen. Bereits zuvor hatten Kommunen wie Hannover, Braunschweig und Wolfsburg ihre waffenfreien Zonen ausgeweitet. Behrens begründete die Verschärfung mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen: "Niedersachsen soll in den nächsten bundesweiten Vergleichen zu den sichersten Bundesländern gehören."
Fortschritt und Herausforderungen Die aktuellen Kriminalstatistiken zeigen für Niedersachsen sowohl positive Entwicklungen als auch Handlungsbedarf. Während die Gesamtzahl der Straftaten sinkt, steigen die Messerbedrohungen – was nun zu strengeren Kontrollen im ÖPNV führt. Die Behörden wollen die Trends weiter beobachten, während sich rechtliche Anpassungen und verschärfte Maßnahmen auswirken.