Niedersachsen genehmigt riesige Offshore-Windkabel für vier Gigawatt Ökostrom
Claudia SchmidtNiedersachsen genehmigt riesige Offshore-Windkabel für vier Gigawatt Ökostrom
Niedersachsen hat zentrale Abschnitte zweier großer Offshore-Windstromkabel, LanWin 4 und LanWin 5, genehmigt. Die Entscheidung ermöglicht es der TenneT Offshore GmbH, vier Gigawatt Windenergie aus der Nordsee in das deutsche Festlandnetz einzuspeisen. Das Projekt markiert einen weiteren Schritt beim Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region.
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) erteilte die Planfeststellung für rund 36 Kilometer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ). Die Kabel verlaufen von der 12-Seemeilen-Grenze in der Nordsee bis zu einem Landepunkt in Dornumergrode im Landkreis Aurich. Die Offshore-Abschnitte unterliegen weiterhin der Zuständigkeit des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).
Vor der Genehmigung führte die NLStBV umfangreiche Anhörungen durch, um Bedenken – insbesondere zum Naturschutz im Wattenmeer und zu Auswirkungen auf geschützte Arten – zu klären. Der Prozess zeigt die wachsende Herausforderung, den Ausbau der Energiewende mit dem Umweltschutz in Einklang zu bringen.
Die Kabel LanWin 4 und 5 werden zwei Offshore-Windparks mit dem deutschen Stromnetz verbinden und gemeinsam eine Leistung von vier Gigawatt bereitstellen. Dies ist Teil einer breiteren Initiative: Mindestens vier weitere Windparks oder -cluster befinden sich derzeit in Planung oder Bau. Dazu zählen Vattenfalls und BASFs Nordlicht 1 & 2 (zusammen 1,6 Gigawatt) sowie RWE's Nordseecluster A (660 Megawatt, Fertigstellung 2027) und B (900 Megawatt, geplant für 2029).
Die Genehmigung erweitert Niedersachsens wachsendes Energienetz. Seit 2019 hat die NLStBV fast 1.287 Kilometer Stromtrassen im Land freigegeben. Weitere 1.000 Kilometer befinden sich aktuell im Genehmigungsverfahren, und bis 2028 werden 26 zusätzliche Vorhaben mit mindestens 1.220 Kilometern erwartet.
Die genehmigten Kabel tragen dazu bei, mehr Offshore-Windstrom in das deutsche Stromsystem zu integrieren. Mit dem Fortschritt zahlreicher Windparks und Übertragungsprojekte wird die Kapazität für erneuerbare Energien in der Region deutlich steigen. Die nächsten Schritte umfassen weitere Genehmigungsverfahren und Bauarbeiten, um die Ziele bis 2028 zu erreichen.