Neuer Tarifvertrag bringt ÖPNV-Beschäftigten in NRW mehr Freizeit und höhere Zuschläge
Hannah FuchsNeuer Tarifvertrag bringt ÖPNV-Beschäftigten in NRW mehr Freizeit und höhere Zuschläge
Beschäftigte im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen profitieren von besseren Arbeitsbedingungen nach neuem Tarifabschluss vom 26. März 2026. Rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten kürzere Arbeitszeiten, höhere Sonntagszuschläge und längere Ruhepausen. Die Verbesserungen bringen jedoch auch zusätzliche Kosten für Verkehrsunternehmen und Kommunen mit sich.
Ab Juli 2027 sinkt die wöchentliche Arbeitszeit schrittweise von 39 auf 38,5 Stunden, bis sie im Juli 2028 bei 38 Stunden liegt – und das bei vollem Lohnausgleich. Ab Januar 2027 steigt der Sonntagszuschlag auf 30 Prozent. Bereits ab September 2026 verlängern sich die gesetzlichen Ruhezeiten auf elf Stunden, sodass Beschäftigte mehr Erholung zwischen den Schichten haben.
Auch kurzfristig Beschäftigte erhalten durch die neuen Regelungen besseren Schutz. Unklar bleibt jedoch, wie sich die Änderungen im Vergleich zu den Bedingungen für Festangestellte verhalten. Die reduzierte Stundenzahl könnte Unternehmen dazu zwingen, mehr Personal einzustellen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten – was die Personalkosten in die Höhe treibt.
Wie die Finanzierung der Mehrkosten gelöst werden soll, steht noch nicht fest. Mögliche Optionen sind höhere Ticketpreise, Zuschüsse von Bund oder Ländern oder Unterstützung durch öffentliche Träger. Zwar ist eine sofortige Preiserhöhung unwahrscheinlich, langfristig könnten aber Anpassungen nötig werden, sobald die Ausgaben steigen.
Ziel der Vereinbarung ist es, Jobs im ÖPNV attraktiver zu machen und so neuen Fachkräftenachwuchs in einem von Personalmangel geprägten Sektor zu gewinnen. Die Verkehrsbetriebe stehen nun vor höheren Zuschlägen, zusätzlichen freien Tagen und potenziell steigenden Lohnkosten. Der Druck, diese Mehrbelastungen zu stemmen, wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter wachsen.






