Bahn-Sicherheit auf dem Prüfstand: Neue Maßnahmen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Finn ZimmermannBahn-Sicherheit auf dem Prüfstand: Neue Maßnahmen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft neue Sicherheitsmaßnahmen für die deutsche Bahn
Der Schritt folgt einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2024 und anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Personals. Unterdessen hat die Deutsche Bahn Körperkameras für ihre Kundenservice-Mitarbeiter eingeführt, während Gewerkschaften strengere Schutzvorkehrungen fordern.
Die Deutsche Bahn stattete kürzlich ihre Mitarbeiter im Kundenservice mit Körperkameras aus. Gleichzeitig strich das Unternehmen die Ausweiskontrollen für Fahrkartenprüfer, um Abläufe zu vereinfachen. Diese Änderungen sind Teil umfassender Sicherheitsaktualisierungen nach der Tötung eines Zugbegleiters bei einem Angriff im vergangenen Jahr.
Die Verkehrsministerkonferenz unterstützte die Maßnahmen der Deutschen Bahn, wies jedoch auf die zusätzlichen Kosten hin. Die Gruppe lehnte allerdings Forderungen nach einer verpflichtenden Zweier-Besetzung in Zügen ab – eine zentrale Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Entscheidung scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter ohne strengere Regeln weiter zunehmen werde.
Schnieder betonte, dass die Bundesregierung im Rahmen des bewilligten Haushalts über Förderanträge entscheide. Zudem stehe er mit Behörden in Verhandlungen, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern. Bis Ende April will er bewerten, wie wirksam die neuen Sicherheitsvorkehrungen sind.
Laut Berichten gab es in den Jahren 2023 und 2025 jeweils über 3.000 Angriffe auf Bahnmitarbeiter, 2024 wurden 3.324 Vorfälle registriert. Eine bundesweit exakte Zahl der Attacken seit dem tödlichen Vorfall im Februar 2024 liegt jedoch nicht vor.
Die Überprüfung durch die Regierung soll klären, ob weitere Schritte zum Schutz der Beschäftigten nötig sind. Die Sicherheitsupdates der Deutschen Bahn bleiben vorerst bestehen, doch die Gewerkschaften fordern weiterhin stärkere Schutzmaßnahmen. Die Debatte über Personalstärke und Finanzierungsengpässe wird voraussichtlich anhalten, solange die Angriffe auf Mitarbeiter auf hohem Niveau bleiben.






