Neue Spritpreis-Regeln: Warum Tankstellen ab April 2026 nur noch mittags erhöhen dürfen
Hannah FuchsNeue Spritpreis-Regeln: Warum Tankstellen ab April 2026 nur noch mittags erhöhen dürfen
Die neuen Regeln zur Kraftstoffpreisbemessung in Deutschland treten nun mittwochs statt samstags in Kraft. Die Verschiebung erfolgt auf Bitten von Mineralölkonzernen und der Kartellbehörde. Kritiker werfen der Regierung vor, bei einem zentralen Verbraucherthema zu langsam gehandelt zu haben.
Die Verordnung erlaubt Tankstellen, die Preise nur noch einmal täglich – um 12:00 Uhr mittags – zu erhöhen. Senkungen bleiben hingegen jederzeit möglich. Herbert Rabl, Sprecher des Deutschen Erdölindustrie-Verbands (TIV), bezeichnete die Regelung als "das schärfste Schwert, das gegen die Ölkonzerne gezogen werden kann". Er fügte hinzu, dass die Preise bei funktionierendem Markt nach der Mittagszeit deutlich sinken müssten.
Die Linke übt scharfe Kritik an der Verzögerung. Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Partei, sprach von "einer Vollbremsung in letzter Sekunde". Zudem forderte sie eine Übergewinnsteuer, um die Windfall-Profit der Ölkonzerne umzuverteilen. Zwar räumte Wissler ein, dass die Regeln die Transparenz erhöhen würden, doch zweifelte sie daran, dass sie die Spritkosten für Autofahrer tatsächlich senken.
Rabl warnte, dass ausbleibende Preissenkungen auf eine stille Absprache unter den Ölkonzernen hindeuten könnten. Der TIV begrüßte die Reform jedoch und lobte die zügige Umsetzung. Das neue System tritt am 1. April 2026 in Kraft. Tankstellen müssen seitdem strengere Vorgaben bei Preiserhöhungen einhalten, während Senkungen weiterhin flexibel bleiben. Regierung und Wettbewerbsbehörden werden prüfen, ob die Änderungen zu faireren Preisen für Verbraucher führen.






