07 April 2026, 14:16

Neue deutsche Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt – von Jahrmärkten bis zum Bolzplatz

Offenes Buch mit einem Raster von Fotos, die verschiedene Männer in Anzügen und Krawatten zeigen, jeder mit einem anderen Gesichtsausdruck.

Neue deutsche Traditionen als immaterielles Kulturerbe anerkannt – von Jahrmärkten bis zum Bolzplatz

Deutschland hat neue Elemente in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Anerkennung zählen das handwerkliche Herrenschneiderhandwerk, die Traditionen der Jahrmarktschausteller sowie die Fischerei in der Ostsee. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die Neuerungen diese Woche bekannt.

Eine zentrale Rolle bei der Auswahl der neuen Eintragungen spielte die Kultusministerkonferenz. Neben dem Schneiderhandwerk und der Jahrmarktskultur umfasst die Liste nun auch das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz und die Sankt-Martins-Umzüge im Rheinland. Damit erweitert sich das offizielle Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland.

Weimer, der für seine strenge Haltung bei der Kulturförderung bekannt ist, strich kürzlich die Unterstützung für ein Übersetzungsprojekt palästinensischer Autor:innen im Rahmen des Berliner Hauptstadtkulturfonds. Seine Vorgehensweise lenkt den Blick auf die Kriterien, die hinter solchen Auszeichnungen stehen.

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Die Aufnahme des Herrenschneiderhandwerks wirft Fragen nach seiner Eigenständigkeit im Vergleich zu ähnlichen Traditionen in anderen europäischen Ländern auf. Gleichzeitig wird kritisch angemerkt, dass andere kulturelle Prägungen wie der Döner oder unabhängige linksalternative Buchhandlungen fehlen.

Die aktualisierte Liste spiegelt nun ein breiteres Spektrum deutscher Traditionen wider – von handwerklichem Können bis zu regionalen Festen. Die Auszeichnungen heben Praktiken hervor, die als prägend für die nationale Identität gelten. Gleichzeitig zeigen die Auswahlentscheidungen die anhaltenden Debatten darüber auf, was als schützenswertes Kulturerbe anerkannt wird.

Quelle