30 March 2026, 16:13

Netrebkos umkämpfter Triumph: Un ballo in maschera polarisiert an der Berliner Staatsoper

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe von Darstellern auf der Bühne mit Instrumenten und Sitzgelegenheiten vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Netrebkos umkämpfter Triumph: Un ballo in maschera polarisiert an der Berliner Staatsoper

An der Berliner Staatsoper feierte eine mutige Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera am 29. März 2026 Premiere. Die Sopranistin Anna Netrebko übernahm die Hauptrolle der Amelia und lieferte eine Darstellung, die sowohl begeisterten Applaus als auch erneute Kontroversen auslöste. Vor dem Opernhaus schwenkten Demonstranten ukrainische Flaggen und verwiesen damit auf die anhaltenden Spannungen wegen ihrer früheren politischen Verbindungen.

Die Inszenierung unter der Regie von Rafael R. Villalobos verband Themen der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise mit dem klassischen Stoff. Während einige Zuschauer die künstlerischen Entscheidungen mit Buhrufen bedachten, honorierten andere sie mit starkem Beifall. Dirigent Enrique Mazzola führte das Orchester zu weiterem Kritikerlob.

Netrebkos Auftritt hatte bereits lange vor der Premiere für Kritik gesorgt. Rund 50 Protestierende versammelten sich mit Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration spiegelte die anhaltende Empörung über ihre mutmaßlichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin wider, darunter eine Geburtstagsfeier im Kreml 2022.

Die Staatsoper verteidigte die Besetzung. Intendantin Elisabeth Sobotka betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht dorthin zurückgekehrt. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat bereits zuvor in Berlin auf, unter anderem an der Staatsoper Unter den Linden.

Trotz der Kontroversen erhielt Netrebkos gesangliche Leistung als Amelia kritische Anerkennung. Die Produktion bleibt Teil des Festprogramms des Opernhauses, mit ihr in der zentralen Rolle.

Die Premiere endete mit begeistertem Applaus für Netrebko, doch die Proteste draußen unterstrichen die tiefen Gräben. Ihre Vertreter wiederholten, sie habe den Krieg in der Ukraine verurteilt. Die Vorstellung wird wie geplant fortgesetzt – künftige Aufführungen dürften jedoch weiterhin auf ähnliche Aufmerksamkeit stoßen.

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