Merz fordert bessere Schienenverbindungen nach Osteuropa – doch Pläne fehlen noch
Claudia SchmidtMerz fordert bessere Schienenverbindungen nach Osteuropa – doch Pläne fehlen noch
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich für einen Ausbau der Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Osteuropa ausgesprochen. Der Vorstoß erfolgt im Rahmen von Gesprächen mit Polen und Tschechien, die den Bedarf an besseren Verkehrsanbindungen unterstreichen. Beide Regierungen haben das Thema bereits mit deutschen Vertretern erörtert.
Die Debatte gewann an Fahrt, nachdem Altkanzler Olaf Scholz mit den Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer über die wirtschaftliche Entwicklung der Region gesprochen hatte. Dabei ging es auch um allgemeine Infrastrukturprobleme, doch seit 2020 gab es keine konkreten Fortschritte bei grenzüberschreitenden Bahnprojekten.
Aktuell verkehren die Züge zwischen Berlin und Polen weiterhin im Zweistundentakt, wobei für 2026 Anpassungen der Strecken wegen Sanierungsarbeiten an deutschen Bahnhöfen geplant sind. Während der Modernisierungsmaßnahmen werden der Berliner Hauptbahnhof und der Ostbahnhof umfahren. Diese Änderungen sind jedoch Teil der innerdeutschen Aufwertungsstrategie. Die langfristigen Verbesserungspläne der Deutschen Bahn bis 2036 konzentrieren sich vor allem auf stark frequentierte Strecken innerhalb Deutschlands – nicht auf internationale Verbindungen.
Merz betonte, dass bessere Schienenverbindungen nach Polen und Tschechien für Deutschland von strategischer Bedeutung seien. Weitere Beratungen zu dem Thema stehen in den kommenden Kabinettssitzungen auf der Agenda.
Trotz der Forderungen nach einer Aufwertung der Bahnverbindungen wurden seit 2020 keine neuen Infrastrukturprojekte zwischen Deutschland, Polen oder Tschechien angekündigt. Die bestehenden Angebote bleiben unverändert, während im Rahmen der langfristigen Pläne der Deutschen Bahn zunächst innerdeutsche Modernisierungen Vorrang haben. Das Thema wird in zukünftigen Regierungsgesprächen wieder aufgegriffen.






