Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als Widerstandsform
Finn SimonLia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als Widerstandsform
Die brasilianische Choreografin und Sozialarbeiterin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis Deutschland ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die 65-Jährige erhielt die Ehrung am 28. September 2021 in Solingen für ihr lebenslanges Engagement für Tanz und soziale Gerechtigkeit. Die feierliche Verleihung fand im Pina-Bausch-Saal des Theaters und Konzerthauses statt, wo führende Persönlichkeiten ihre bahnbrechende Arbeit würdigten.
Rodrigues wurde für ihren mutigen Ansatz geehrt, Tanz als Form des Widerstands zu nutzen. Bischof Dr. Georg Bätzing lobte ihren Einsatz, Bewegung als Mittel gegen Ungerechtigkeit einzusetzen, und räumte ein, dass die Kirche die Ausdruckskraft des Tanzes oft unterschätze.
Der Preis, der alle zwei bis vier Jahre in verschiedenen künstlerischen Sparten vergeben wird, ging zuvor unter anderem an den Architekten Peter Zumthor und den Schriftsteller Ralf Rothmann. Bei der diesjährigen Zeremonie hielten prominente Unterstützer Reden. Peter Limbourg hob Rodrigues’ Entscheidung hervor, ihre Tanzkompanie in eine Favela in Rio de Janeiro zu verlegen – ein außergewöhnlicher Akt sozialer Hingabe, wie er betonte.
Prof. Dr. Thomas Sternberg bezeichnete Rodrigues als Vorbild an Bescheidenheit und rief die Kirche dazu auf, Stimmen wie die ihre aufmerksamer wahrzunehmen. Rodrigues selbst bedankte sich bei den Veranstaltern und äußerte die Hoffnung, dass der Preis dazu beitragen werde, die Kunst weiter voranzubringen.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Zugänglichkeit. Rodrigues setzt sich seit Langem dafür ein, Barrieren abzubauen, damit Kultur für alle erlebbar wird. Ihre Projekte leben von Zusammenarbeit und Inklusion und bringen Tanz in Gemeinschaften, die oft am Rand stehen.
Der mit 25.000 Euro dotierte Preis unterstreicht Rodrigues’ Einfluss auf Kunst und Gesellschaft. Ihr Wirken in den Favelas Rios und ihr Glaube an Tanz als Werkzeug des Wandels haben ihr internationale Anerkennung eingebracht. Die Preisverleihung in Solingen markiert einen weiteren Meilenstein in ihrer jahrzehntelangen Karriere.






