16 March 2026, 10:07

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer protestieren gegen Barrieren für Besucher

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür am Boden.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Denkmalschützer protestieren gegen Barrieren für Besucher

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgelder erheben – scharfe Kritik von Denkmalschützern

Der Kölner Dom könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen – ein Vorhaben, das bei Experten für Kulturerbe auf starken Widerstand stößt. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, bezeichnete den Plan als "sehr problematisch". Sie warnt, dass Gebühren den Zugang einschränken und den Charakter der Kathedrale als offenen, inklusiven Ort verändern könnten.

Das UNESCO-Weltkulturerbe, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht jährlich sechs Millionen Besucher an. Als eine der bekanntesten katholischen Kirchen der Welt steht der Dom seit jeher als freier Ort der Andacht und des Tourismus. Nun planen die Verantwortlichen, noch in der zweiten Jahreshälfte Eintrittsgelder einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.

Schock-Werner betont, der Dom verkörpere ein "missionarisches Angebot der Kirche", das alle willkommen heißen solle. Die monumentalen Räume seien zu Ehren Gottes und nicht des Profits geschaffen worden, so die Expertin. Zwar räumt sie ein, dass zusätzliche Mittel für die Erhaltung nötig seien, doch warnt sie: Gebühren könnten Besucher abschrecken und die Bedeutung des Doms für die städtische Identität schwächen.

Ähnliche Pläne an anderen deutschen Wahrzeichen stießen in der Vergangenheit oft auf Ablehnung. 2023 unterzeichneten über 100.000 Menschen Petitionen gegen die Kölner Gebührenpläne. Auch die testweise Einführung von Eintrittsgeldern im Aachener Dom 2024 löste Proteste aus – Kritiker verwiesen auf Bedenken zur Barrierefreiheit. Einige Befürworter argumentieren jedoch, dass steigende Instandhaltungskosten neue Finanzquellen erforderten.

Die Debatte spiegelt den grundsätzlichen Konflikt zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang wider. Sollte die Gebühr kommen, könnte sie das Erlebnis des Doms für Millionen Besucher jährlich prägen. Die Verantwortlichen stehen nun vor der Herausforderung, finanzielle Notwendigkeiten mit der historischen Rolle der Kathedrale als offener, heiliger Ort in Einklang zu bringen.

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