Klinikum Heidekreis droht Millionenverlust durch Krankenhausreform und Pflegebudget-Kürzungen
Hannah FuchsKlinikum Heidekreis droht Millionenverlust durch Krankenhausreform und Pflegebudget-Kürzungen
Klinikum Heidekreis droht ein Umsatzrückgang von bis zu fünf Millionen Euro durch geplante Änderungen der Krankenhausfinanzierung. Die erste Novelle der Bundeskrankenhausreform könnte den Pflegebudget kürzen und die Haushaltslage des Landkreises weiter belasten. Beamte warnen, dass die angestrebte Konsolidierung des Klinikhaushalts nun deutlich schwieriger zu erreichen sein wird.
Der Landkreis gleicht seit Jahren die Defizite des Klinikums Heidekreis aus – für 2026 sind hierfür 8,2 Millionen Euro aus dem Betriebshaushalt und sieben Millionen Euro aus dem Investitionsetat vorgesehen. Ein Teil dieser Mittel sollte in einen Neubau fließen, doch steigende Kosten drohen, die finanziellen Spielräume weiter einzuengen.
Seit 2020 gelten in Krankenhäusern Pflegekostenbudgets, die durch feste Bettenpauschalen und Fallzahlen eine stabilere Finanzierung sichern sollten. In Bundesländern wie Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen hat dieses Modell Betreibern weitgehend geholfen, die Ausgaben zu steuern. Doch besonders kleinere ländliche Häuser geraten nun unter Druck, da die starren Budgetobergrenzen ab 2025 voll greifen.
Trotz der finanziellen Herausforderungen bleibt die Verlegung von Abteilungen von Soltau nach Walsrode im Plan. Die Maßnahme soll weiterhin Einsparungen von 15 Millionen Euro bei der Defizitdecke bringen. Dennoch wurde der Kreistag vor möglichen drastischen Steigerungen der Zuschüsse gewarnt, die für den Erhalt des Klinikbetriebs nötig sein könnten.
Die geplanten Kürzungen beim Pflegebudget könnten dem Klinikum Heidekreis Einnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro entziehen. Diese Lücke gefährdet die Haushaltsplanung des Landkreises und könnte – ohne Gegensteuerung – die Belastung für lokale Steuerzahler und kommunale Dienstleistungen weiter erhöhen.






