Klimaforscher Edenhofer warnt vor gefährlichem Rückschlag bei der Energiewende
Claudia SchmidtKlimaforscher Edenhofer warnt vor gefährlichem Rückschlag bei der Energiewende
Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, warnt vor einem schweren Rückschlag bei den weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Erderwärmung. Seine Bedenken kommen zu einem Zeitpunkt, an dem zentrale Akteure der Klimaverhandlungen und fossile Brennstoffproduzenten auf eine weitere Abhängigkeit von Öl und Gas drängen. Im Mittelpunkt der Debatte stehen neue Technologien, die die Nutzungsdauer fossiler Energieträger verlängern könnten.
Sultan Ahmed Al Jaber, der Präsident des anstehenden Weltklimagipfels COP28, hat seine Unterstützung für einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zurückgezogen. Diese Kehrtwende beunruhigt Kritiker, die darin ein Zugeständnis an öl- und gasfördernde Staaten sehen. Diese Länder sind entschlossen, ihre Ressourcen so lange wie möglich zu vermarkten.
Edenhofer weist auf die Risiken hin, die mit der Abscheidung und Speicherung von CO₂ (CCS) verbunden sind, wenn diese als Rechtfertigung für den weiteren Einsatz fossiler Brennstoffe genutzt wird. Er bezeichnet die aktuelle Debatte über CCS als „höchst gefährlich“. Um dem entgegenzuwirken, fordert er die EU und die USA auf, gemeinsam zu verhindern, dass Exportländer neue Technologien als Vorwand nutzen, um ihre Förderung aufrechtzuerhalten.
Das Emissionshandelssystem der EU für Gebäude und Verkehr könnte als Vorbild für gezielte Maßnahmen dienen. Edenhofer schlägt vor, die Staatengemeinschaft könnte als eine Art „Nachfrage-Kartell“ agieren, das die Preise für fossile Brennstoffe und damit verbundene Produkte in die Höhe treibt, um deren Nutzung unattraktiv zu machen.
Die Warnungen Edenhofers unterstreichen die wachsende Spannung zwischen Klimazielen und den Interessen der fossilen Brennstoffindustrie. Ein abgestimmtes Vorgehen von EU und USA könnte notwendig sein, um die Strategien der Öl- und Gas exportierenden Staaten herauszufordern. Der Ausgang dieser Bemühungen könnte die Zukunft der globalen Klimapolitik prägen.






