23 April 2026, 12:13

Hasswelle nach Schulprojekt: Madsen und Grundschüler in der Schusslinie

Plakat mit der Aufschrift "Brauchen die Armen die Hilfe ihrer Kinder?" mit Text und Bildern.

Hasswelle nach Schulprojekt: Madsen und Grundschüler in der Schusslinie

Ein Schulprojekt mit der Rockband Madsen und Schülern der Grundschule Scheeßel hat eine Welle von Hasskommentaren im Netz ausgelöst. Die Acht- bis Zehnjährigen nahmen eine Version des Protestlieds "Auf die Barrikaden" auf – doch ein kurzes Video ihrer Gespräche löste Drohungen und Vorwürfe aus. Die Empörung schwoll rasant an und zog über 2.000 Kommentare auf verschiedenen Plattformen nach sich.

Die Zusammenarbeit begann, als rund 50 Dritt- und Viertklässler vor Ostern mit Madsen den Refrain des Songs einstudierten. Der Frontmann der Band wollte die Kinder dazu anregen, sich mit den Textzeilen auseinanderzusetzen, die Themen wie offene Grenzen, reproduktive Rechte und den Widerstand gegen Nationalismus behandeln. Die Aufnahme des Auftritts wurde für die Schüler zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ein kurzes Video, in dem die Kinder erzählten, was sie wütend macht, wurde später online gestellt. Innerhalb weniger Stunden hagelte es Beleidigungen und Vorwürfe der Indoktrination. Viele der hasserfüllten Kommentare stammten von KI-generierten Accounts oder Bots, die die Empörung gezielt schürten. Angesichts des Shitstorms löschte Madsen die Beiträge, nachdem eine besorgte Elternteil die Vorfälle gemeldet hatte. Die Band erstattete mit Unterstützung der Organisation HateAid Anzeige bei der Polizei.

Die Schulleitung wies die Indoktrinationsvorwürfe zurück und betonte, dass die Themen des Liedes offen mit den Schülern besprochen worden seien. Trotz der Versuche, das Projekt zum Schweigen zu bringen, erhielt die Kampagne "Keine Macht dem Hass" unerwartete Unterstützung, als sich viele Menschen solidarisch hinter die Band und die Kinder stellten.

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Der Vorfall zeigt, wie heftig digitale Hetze sein kann – besonders, wenn Kinder betroffen sind. Zwar unternahmen die Band und die Schule Schritte, um die Angriffe einzudämmen, doch die Auseinandersetzung lenkte auch die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Botschaft der Kampagne. Die Polizei ermittelt nun wegen der koordinierten Drohungen und Hasskommentare.

Quelle