Grammy-Gewinner verklagt Komiker wegen "König der Löwen"-Parodie auf Millionen
Claudia SchmidtGrammy-Gewinner verklagt Komiker wegen "König der Löwen"-Parodie auf Millionen
Ein Rechtsstreit hat sich zwischen dem Grammy-prämierten Komponisten Lebohang Morake und dem simbabwischen Komiker Learnmore Jonasi entzündet. Im Mittelpunkt des Konflikts steht Jonasis Übersetzung des ikonischen Zulu-Gesangs aus Der König der Löwen, die Morake als respektlos und schädlich bezeichnet.
Morake, der unter dem Künstlernamen Lebo M bekannt ist, hat eine Klage auf Millionen-Schadensersatz eingereicht – ausgelöst durch Äußerungen des Komikers in einem Podcast-Interview. Der Streit begann, als Jonasi die Anfangszeilen von Der Kreis des Lebens – "Nants ingonyama bagithi Baba" – mit "Schaut, da ist ein Löwe. Oh mein Gott" übersetzte. Morake wirft ihm vor, diese Fehlübersetzung mache sich über die kulturelle Bedeutung des Gesangs lustig und entwerten seine Arbeit. Disneys offizielle Version lautet "Lebt hoch der König, wir alle verneigen uns vor dem König".
Jonasi, der bereits in America's Got Talent auftrat, hatte Der König der Löwen in seinen Auftritten zuvor kritisiert. Morakes Klage argumentiert, der Komiker habe seine Übersetzung als Fakt präsentiert und nicht als Satire – und könne sich daher nicht auf den Schutz der Meinungsfreiheit für Parodien berufen. Die Klageschrift fordert über 20 Millionen US-Dollar an tatsächlich entstandenen Schäden sowie weitere 7 Millionen als Strafschadensersatz.
Seit der Klage erfährt Jonasi breite Unterstützung in den sozialen Medien. Er bot Morake sogar eine Zusammenarbeit an, um in einem Video die wahre Bedeutung des Liedes zu erklären, und erklärte, er habe erst durch die aufkommende Kontroverse bemerkt, dass der Komponist verärgert sei.
Morakes Anwälte bestehen darauf, Jonasis Äußerungen seien vorsätzlich und schädigend gewesen. Sie argumentieren, das Verhalten des Komikers habe dem südafrikanischen Künstler erhebliche finanzielle und reputative Schäden zugefügt. Der Prozess wird klären, ob Jonasis Übersetzung als geschützte Satire gilt oder als Verleumdung zu werten ist. Die Klage wirft grundsätzliche Fragen zum Spannungsfeld zwischen künstlerischer Interpretation und kulturellem Respekt auf. Ein Urteil könnte Präzedenzfall dafür werden, wie traditionelle Musik und Comedy in rechtlichen Auseinandersetzungen behandelt werden.






