GDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen
Claudia SchmidtGDL-Chef Reißen attackiert Deutsche Bahn als "Geldwäschemaschine" und fordert radikale Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement kritisiert. Er bezeichnete die undurchsichtigen Strukturen des Unternehmens als eine "Geldwäschemaschine" und forderte die Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla auf, umgehend Reformen einzuleiten.
Seine Äußerungen erfolgen, nachdem Palla erste Schritte zur Umstrukturierung der DB-Führung eingeleitet hat – darunter die Halbierung der Top-Management-Positionen.
Reißen warf der Bahn vor, mit intransparenter Buchführung und einem überbordenden Geflecht von Tochtergesellschaften zu arbeiten. Auf dem Höhepunkt zählte das Unternehmen über 1.000 Beteiligungen unter dem Dach der DB AG. Diese Praktiken, so Reißen, verschwendeten Ressourcen und erschwerten die Rechenschaftspflicht.
Zudem stellte er die Ernennung der Finanzchefin Karin Dohm infrage und bezeichnete sie als unqualifiziert für die Position. Ihre Einstellung berge das Risiko weiterer Kontroversen und unnötiger Belastungen für die Steuerzahler, so Reißen.
Als Palla Dohm sowie Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, entließ, unterstützte Reißen diesen Schritt. Er betonte, dass eine starke Unternehmensführung Konsequenz erfordere und solche Personalentscheidungen notwendig seien, um Verbesserungen herbeizuführen.
Bereits zuvor hatte Reißen Palla gedrängt, die direkte Kontrolle über das Schienennetz zu übernehmen und Verantwortlichkeiten klarer zu verteilen. Ihre jüngste Entscheidung, die Führungsebene zu halbieren, begrüßte er als Schritt zu mehr Effizienz und besserer Performance.
Die Umstrukturierungsmaßnahmen Pallas finden bei Reißen Zustimmung, der darin einen Fortschritt hin zu mehr Wirtschaftlichkeit sieht. Die Kritik des Gewerkschaftschefs unterstreicht jedoch die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Führungsstrukturen der Bahn. Angesichts des Reformdrucks könnten weitere Veränderungen folgen.






