Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Hannah FuchsDeutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank und British International Investment gehen Partnerschaft ein, um Handelsfinanzierungslücke in Afrika zu schließen
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um die chronische Knappheit an Handelsfinanzierungen in Afrika zu bekämpfen. Das neue Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar soll die Liquidität in unterversorgten Märkten stärken. Es handelt sich dabei um die erste offizielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen.
Das Programm funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell: Die BII übernimmt dabei die Rolle eines finanziellen Auffangnetzes und deckt potenzielle Verluste für lokale Partner der Deutschen Bank ab. Diese Struktur hilft, die Risikobelastung für kleinere afrikanische Banken und Unternehmen zu verringern.
Afrika sieht sich derzeit einer jährlichen Finanzierungslücke im Handel von rund 100 Milliarden US-Dollar gegenüber, wie die Afrikanische Entwicklungsbank angibt. Besonders betroffen sind kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda, die mit eingeschränktem Zugang zu Krediten kämpfen. Die Situation hat sich in den letzten Jahren verschärft, da Großbanken wie Standard Chartered, Barclays und Citi ihre Aktivitäten auf dem Kontinent zurückgefahren haben. Besonders hart getroffen wurden Länder wie Südafrika, Nigeria, Kenia und Teile des frankophonen Westafrikas.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Deutsche Bank einen Führungswechsel durchläuft: Gerald Podobnik hat kürzlich die Position des Co-Leiters der globalen Unternehmenssparte übernommen und löst damit Ole Matthiessen ab. Unterdessen notiert die Aktie der Bank bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm zielt darauf ab, die Engpässe in der Handelsfinanzierung in Afrikas verwundbarsten Märkten zu mildern. Durch die Risikoteilung mit der BII erhofft sich die Deutsche Bank, die Kreditvergabe an lokale Unternehmen zu fördern. Sollte sich diese Partnerschaft als erfolgreich erweisen, könnte sie künftige Investitionen in der Region maßgeblich beeinflussen.