Bundeswehr-Kauf von Dieseltanks für 902 Millionen Euro auf Eis gelegt
Hannah FuchsBundeswehr-Kauf von Dieseltanks für 902 Millionen Euro auf Eis gelegt
Deutsche Abgeordnete haben einen Beschaffungsplan des Verteidigungsministeriums für den Kauf hunderter Dieseltankcontainer vorläufig gestoppt. Der Schritt folgt auf eine Verdopplung der Kosten im Vergleich zu einem ähnlichen Einkauf vor nur drei Jahren. Haushaltspolitiker der Unionsfraktion und der SPD äußerten Bedenken wegen des drastischen Preisanstiegs, bevor sie das Vorhaben blockierten.
2021 hatte die Bundeswehr noch 153 Container für 21,8 Millionen Euro erworben – ein Stückpreis von durchschnittlich 142.000 Euro. Nun sah der geänderte Vertrag 902 Einheiten zu einem Gesamtpreis von 262,67 Millionen Euro vor, was den Preis pro Container auf etwa 291.000 Euro hochtreibt.
Der Rahmenvertrag könnte langfristig bis zu 4.200 Container umfassen, mit einem Gesamtvolumen von rund 902 Millionen Euro. Die Auslieferung der ersten Charge ist für 2029 geplant und soll vorrangig der Litauen-Brigade sowie der allgemeinen Truppenlogistik zugutekommen.
Die Parlamentarier griffen ein, nachdem ihnen der starke Kostenanstieg aufgefallen war. Ihre Entscheidung unterbricht die Beschaffung bis zu einer gründlichen Prüfung der Preisentwicklung und der Notwendigkeit des Vorhabens. Die Unterbrechung verzögert damit ein zentrales Logistikprojekt für die deutschen Streitkräfte. Sollte der Kauf später doch genehmigt werden, würden die Container dennoch bis zum Ende des Jahrzehnts geliefert. Zunächst muss das Verteidigungsministerium jedoch die höheren Kosten plausibel begründen, um das Vorhaben voranzubringen.






