Berlin plant Olympia 2036 – doch die Finanzlücken bleiben rätselhaft
Claudia SchmidtBerlin plant Olympia 2036 – doch die Finanzlücken bleiben rätselhaft
Der Berliner Senat hat sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Plan sieht umfangreiche Investitionen in Infrastruktur, Sportstätten und Betriebskosten vor – doch zentrale finanzielle Details fehlen.
Laut Vorschlag sollen 1,59 Milliarden Euro in die Modernisierung der Infrastruktur fließen. Davon sind 500 Millionen Euro für den Verkehrssektor vorgesehen, weitere 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten. Zu den Projekten gehört unter anderem die Überdachung und Erweiterung des Sommerbads im Olympischen Park.
Die direkten Betriebskosten beziffert der Senat auf 4,82 Milliarden Euro. Diese sollen durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen gedeckt werden. Im Bewerbungskonzept werden die Betriebskosten zudem von den Investitions- und öffentlichen Dienstleistungsbudgets getrennt ausgewiesen.
Allerdings enthält der Plan keine Angaben zu den Kosten für öffentliche Dienstleistungen, die stark variieren können. Diese Ausgaben hängen von der Gestaltung und den operativen Anforderungen der Spiele ab. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für Paris 2024 beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.
Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, kritisiert die Budgetplanung für Investitionen und öffentliche Dienstleistungen. Seiner Ansicht nach neigen Veranstalter dazu, überoptimistische Prognosen zu verwenden, um die Spiele der Öffentlichkeit als finanziell tragfähig darzustellen.
Das Bewerbungskonzept betont zwar groß angelegte Investitionen, lässt aber Lücken bei der Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen. Ohne diese Zahlen bleibt die gesamte finanzielle Belastung unklar. Der Senatsplan wird nun weiter geprüft, während die Diskussionen andauern.






