Ärzte fordern radikale Alkoholreform: Kein Branntwein im Supermarkt, Elternregel gestrichen
Claudia SchmidtÄrzte fordern radikale Alkoholreform: Kein Branntwein im Supermarkt, Elternregel gestrichen
Die Kassenärztliche Vereinigung Marburg setzt sich für strengere Alkoholgesetze ein. Ihr Vorschlag sieht vor, die Aufsichtspflicht beim Alkoholkonsum für 14- und 15-Jährige abzuschaffen. Zudem will die Organisation den Verkauf hochprozentiger Alkoholika in Deutschland stärker einschränken.
Aktuell erlaubt das deutsche Recht 14- und 15-Jährigen, Bier, Wein oder Sekt in Gegenwart eines Elternteils zu trinken. Die Marburger Ärztevereinigung fordert nun die Streichung dieser Ausnahme. Delegierte verwiesen auf internationale Studien, die belegen, dass höhere Altersgrenzen und strengere Verkaufsregeln den Jugalkoholkonsum deutlich reduzieren.
Supermärkte, Tankstellen und Kioske dürften nach dem Plan keinen Branntwein mehr anbieten. Stattdessen sollten nur noch Fachgeschäfte mit Lizenz hochprozentige Getränke verkaufen. Die Vereinigung betonte, dass Alkohol nach wie vor eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren im Land darstelle.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über den Alkoholkonsum Minderjähriger. Die Ärzteorganisation besteht darauf, dass schärfere Regeln Jugendliche besser vor Schäden schützen würden. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, entfiele die elterliche Aufsicht als rechtliche Grauzone für den Alkoholkonsum von Teenagern. Hochprozentige Spirituosen würden aus dem Sortiment alltagstauglicher Händler verschwinden und nur noch in spezialisierten Läden erhältlich sein. Mit ihrer evidenzbasierten Initiative zielt die Vereinigung darauf ab, alkoholverbundene Schäden bei Jugendlichen in Deutschland zu verringern.






