ZDK-Reformen spalten die Autohandelsbranche und lösen Machtkampf aus
Claudia SchmidtZDK-Reformen spalten die Autohandelsbranche und lösen Machtkampf aus
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Führungsstruktur beschlossen. Die im Januar 2024 verabschiedeten Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die realen Gegebenheiten der Branche besser widerzuspiegeln. Doch der Schritt hat Spannungen mit dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) ausgelöst.
Die neuen Regeln schaffen das bisherige System der personellen Verflechtung zwischen ZDK und ZVK ab. Stattdessen gilt nun eine strikte Trennung – garantierte Sitze für ZVK-Vertreter entfallen. Künftig soll zwar ein Mitglied aus der Handwerksführung stammen, allerdings nur, wenn es über die Mitgliederversammlung demokratisch gewählt wird.
Die Reformen eröffnen zudem Werkstätten einen direkten Weg, sich der ZDK-Zentrale in Bonn anzuschließen. Dies ist Teil einer umfassenderen Strategie, um Mitgliederschwund zu verhindern – insbesondere in Schlüsselregionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen. Der Verband plant, sich aktiv an markengebundene Händler in diesen Gebieten zu wenden, um die Neuerungen und deren mögliche Auswirkungen zu erläutern.
ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler präsentieren den Umbruch als notwendigen Schritt zur Modernisierung der Organisation. Peckruhn räumte zwar die Belastungen für die Betriebe ein, ließ aber Spielraum für künftige Zusammenarbeit mit dem ZVK. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün hingegen betonte, der ZVK bleibe der eigentliche Vertreter der Werkstattinteressen, und stellte infrage, ob der ZDK diese glaubwürdig vertreten könne.
Die ZDK-Reformen markieren einen Wandel in der Auswahl der Führungskräfte und der Mitgliedereinbindung. Werkstätten in Bayern und Nordrhein-Westfalen werden in Kürze direkt über die Änderungen informiert. Wie sich die Neuerungen langfristig auf die Mitgliederzahlen – und das Verhältnis zum ZVK – auswirken, bleibt abzuwarten.