Wolfenbüttels Bibliotheksfusion scheitert am leeren Haushalt und politischen Bedenken
Finn SimonWolfenbüttels Bibliotheksfusion scheitert am leeren Haushalt und politischen Bedenken
Ein Plan zur Zusammenlegung der städtischen und kreiseigenen Bibliotheken in Wolfenbüttel ist vom Stadtrat abgelehnt worden. Der von der CDU-Fraktion eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, angesichts wachsender finanzieller Belastungen Kosten zu sparen. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis kämpfen mit einem angespannten Haushalt – allein das Bildungszentrum weist ein Defizit von rund 6,2 Millionen Euro auf.
Die CDU hatte vorgeschlagen, die Bestände der städtischen Bücherei mit denen der Bibliothek des kreiseigenen Volkshochschul-Zentrums zusammenzuführen. Dabei sollte die gemeinsame Sammlung am Bahnhof untergebracht werden, um logistische Abläufe für den Büchereibus zu vereinfachen. Zudem würde im Bildungszentrum Platz frei und das kulturelle Angebot im Bereich der Harzstraße gestärkt.
Befürworter argumentierten, die Fusion würde die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis verbessern. Doch der Rat lehnte den Antrag ab – ein Ergebnis, das die CDU erwartet hatte. Ausschlaggebend war vor allem die Haushaltsdisziplin, da sowohl die Kommune als auch der Landkreis unter finanziellen Engpässen leiden.
In Wolfenbüttel gibt es derzeit drei zentrale Bibliotheken: die historische Herzog August Bibliothek, die städtische Bücherei sowie die Bibliothek des kreiseigenen Volkshochschul-Zentrums. Aktuelle Nutzungsdaten zu den Stadt- oder Kreisbibliotheken lagen nicht vor, sodass die möglichen Auswirkungen einer Zusammenlegung nicht bewertet werden konnten.
Der abgelehnte Plan hätte den Bibliotheksbetrieb effizienter gestaltet und Transportkosten gesenkt. Ohne Änderungen müssen Stadt und Landkreis nun andere Wege finden, um ihre finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. Das 6,2-Millionen-Defizit des Bildungszentrums bleibt vorerst ungelöst.






