23 May 2026, 18:06

Wolfenbüttel streicht Millionen für Fahrradschnellweg nach Braunschweig

Wolfenbüttel: CDU und FDP fordern Neuüberlegungen bei der Ausweitung von Fahrradwegen

Wolfenbüttel streicht Millionen für Fahrradschnellweg nach Braunschweig

Der Stadtrat von Wolfenbüttel überdenkt seine Beteiligung am Fahrradschnellweg-Projekt Braunschweig. Der Schritt ist Teil umfassender Haushaltskürzungen, mit denen ein Defizit von 19 Millionen Euro bewältigt werden soll. Lokale Politiker argumentieren nun, die Mittel sollten stattdessen in die Verbesserung der Radwege innerhalb der Stadt fließen.

Die CDU-FDP-Fraktion treibt diese Neuausrichtung voran und behauptet, innerstädtische Radspuren böten den Bürgern einen größeren Nutzen. Ihr Vorschlag sieht vor, künftige Investitionen in die Radinfrastruktur ausschließlich auf Projekte in Wolfenbüttel zu konzentrieren.

Die Debatte entbrannte, nachdem CDU und FDP offiziell Pläne für einen neuen Fahrradschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig fallen ließen. Unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage argumentierten die Fraktionen, die Stadt könne die direkten Kosten von 1,5 Millionen Euro – selbst nach Abzug von Fördergeldern – nicht rechtfertigen.

Marc Angerstein, Fraktionsvorsitzender, reichte beim Bürgermeister einen offiziellen Antrag ein, in dem er eine Priorisierung des innerstädtischen Radverkehrs forderte. Er wies auf Lücken im Wolfenbütteler Radwegenetz hin, insbesondere in Gebieten ohne direkten ÖPNV-Anschluss. Angerstein kritisierte, dass bestehende Radzonen wie die in der Schützenstraße kaum genutzt würden und damit Fehlinvestitionen darstellten.

Der neue Plan der Fraktion sieht vor, Projekte außerhalb des Stadtgebiets zurückzufahren. Stattdessen soll der Ausbau und die Modernisierung von Radwegen innerhalb Wolfenbüttels Vorrang erhalten. Ihre Begründung ist simpel: Angesichts knapper Mittel müsse jeder ausgegebene Euro sichtbare Vorteile für die Bürger bringen.

Gegner des Fahrradschnellweg-Projekts verweisen auf frühere Investitionen, die die Erwartungen nicht erfüllten. Angerstein bezeichnete frühere Ausgaben als verschwendet und argumentierte, kaum genutzte Strecken banden Ressourcen, die anderswo besser eingesetzt wären. Nun muss der Rat entscheiden, ob die Stadt sich vollständig aus dem regionalen Vorhaben zurückzieht oder einen Kompromiss sucht.

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Wird die Umwidmung der Mittel beschlossen, würde Wolfenbüttel keine weiteren Zahlungen für den Braunschweiger Fahrradschnellweg leisten. Die eingesparten 1,5 Millionen Euro flössen stattdessen in die Schließung von Lücken im innerstädtischen Radwegenetz. Die endgültige Entscheidung des Rates wird maßgeblich prägen, wie die Stadt sowohl ihre Haushaltskrise als auch ihre zukünftigen Verkehrsbedürfnisse angeht.

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