Wolfenbüttel streicht Fahrradschnellstraße – trotz Klimazielen und Haushaltsnot
Finn SimonWolfenbüttel streicht Fahrradschnellstraße – trotz Klimazielen und Haushaltsnot
Wolfenbüttel steht vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro, das die kommunalen Ausgaben stark belastet. Die CDU/FDP-Koalition hat Kürzungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro vorgeschlagen – darunter die Einstellung der Bauarbeiten an einer geplanten Fahrradschnellstraße. Das Projekt sollte eine dringend benötigte Alternative zum Autoverkehr in einer Stadt mit begrenzten Mobilitätsoptionen bieten.
Die Fahrradschnellstraße ist Teil einer größeren Initiative für moderne Verkehrslösungen. Sie zielt darauf ab, die Abhängigkeit vom Auto zu verringern und nachhaltige Fortbewegung zu fördern. Befürworter argumentieren, dass ein Stopp des Vorhabens jetzt das Bekenntnis der Stadt zu zukunftsweisenden, langfristigen Investitionen untergraben würde.
Dass der Klimawandel Realität ist, gilt als unstrittig – Veränderungen in der individuellen Mobilität sind daher unvermeidbar. Die Ratsmehrheit hat jedoch nicht dargelegt, wo weitere Einsparungen erfolgen oder wie zusätzliche Mittel beschafft werden sollen. Selbst mit den vorgeschlagenen Kürzungen bliebe das 19-Millionen-Defizit weitgehend unberührt, und die tieferliegenden finanziellen Probleme der Stadt wären damit nicht gelöst.
Dennoch steht die Entscheidung, die Fahrradschnellstraße weiterzuverfolgen, noch im Raum. Sie wäre ein Signal für zukunftsorientierte Infrastruktur. Die Einsparungen von 1,3 Millionen Euro würden die Haushaltslücke zwar leicht verringern, die finanziellen Herausforderungen der Stadt aber nicht bewältigen.






