Wo wir uns sicher fühlen – und wo die Gefahr wirklich lauert
Die meisten Menschen fühlen sich in ihrer Nachbarschaft und in den eigenen vier Wänden sicher – über 90 Prozent geben an, ein Gefühl der Geborgenheit zu empfinden. Doch das subjektive Sicherheitsgefühl verändert sich dramatisch je nach Tageszeit, Ort und persönlichen Umständen. Eine neue Analyse zeigt, wo Ängste der Realität entsprechen – und wo sie es nicht tun.
Öffentliche Räume nach Einbruch der Dunkelheit, insbesondere schlecht beleuchtete oder menschenleere Orte, lösen die größte Unruhe aus. Diese sogenannten "Angsträume" sind oft von physischer Vernachlässigung und sozialer Unordnung geprägt, obwohl die tatsächliche Kriminalitätsrate dort mitunter niedriger ausfällt als erwartet. Privathaushalte hingegen – wo 71 Prozent aller Fälle von sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung stattfinden – sind statistisch gesehen für bestimmte Straftaten weitaus riskanter, auch wenn sich die Menschen dort meist sicher fühlen.
Bahnhöfe bilden eine der wenigen Ausnahmen, bei denen subjektive Ängste und Kriminalitätsdaten übereinstimmen. Diebstahl und Gewaltdelikte kommen dort häufig vor und bestätigen damit die Sorgen der Bevölkerung. Im Jahr 2024 ereigneten sich fast 30 Prozent aller Gewalttaten in öffentlichen Räumen, 20 Prozent in Wohnungen und 10 Prozent im Zusammenhang mit Verkehrsmitteln.
Junge Männer dominieren die Kriminalstatistik, wobei die Deliktzahlen bei beiden Geschlechtern in jungen Jahren am höchsten sind. Forscher nennen zwei zentrale Risikofaktoren für gewalttätiges Verhalten in dieser Gruppe: Gewalterfahrungen in der Kindheit und der Umgang mit gleichaltrigen Peers, die in kriminelle oder abweichende Handlungen verstrickt sind. Dennoch finden nicht tödliche Körperverletzungen in jedem fünften Fall im eigenen Zuhause der Opfer statt.
Die Wahrnehmung von Sicherheit unterscheidet sich stark nach Alter, Geschlecht und Umfeld. Zwar geschehen die meisten Gewaltdelikte in öffentlichen oder privaten Räumen, doch die Orte, vor denen Menschen die größte Angst haben, decken sich nicht immer mit den tatsächlich gefährlichsten Locations. Ein besseres Verständnis dieser Muster könnte helfen, sowohl präventive Maßnahmen als auch Strategien zur Beruhigung der Bevölkerung zielgenauer zu gestalten.






