WM 2026: Warum es kaum Public Viewing in Sachsen-Anhalt geben wird
Claudia SchmidtKeine Fanmeilen geplant für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Sachsen-Anhalt - WM 2026: Warum es kaum Public Viewing in Sachsen-Anhalt geben wird
2026 FIFA-Weltmeisterschaft: Weniger Public-Viewing-Großveranstaltungen in Deutschland
In Deutschland wird es zur Fußball-WM 2026 deutlich weniger große Public-Viewing-Veranstaltungen geben. Viele Städte in Sachsen-Anhalt haben bereits abgesagt, zentrale Fanmeilen auszurichten – als Gründe nennen sie die späten Anstoßzeiten und rechtliche Hürden. Stattdessen sollen kleinere Übertragungen in Bars und Biergärten die Lücke füllen.
Das Turnier findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Aufgrund der Zeitverschiebung werden die meisten Spiele in Deutschland erst am späten Abend oder nachts ausgestrahlt – und geraten damit in Konflikt mit Lärmschutzbestimmungen.
Nach geltendem Recht sind in Deutschland öffentliche Freiluftübertragungen nach 22 Uhr verboten, um die nächtliche Ruhe zu schützen. Für die WM 2026, bei der viele Partien wegen der Zeitdifferenz spät beginnen, stellt dies eine Herausforderung dar. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer befristeten Lärmschutzverordnung, die Kommunen mehr Spielraum bei der Genehmigung von Ausnahmen einräumen soll.
In Sachsen-Anhalt haben mehrere Großstädte bestätigt, keine großen Fanmeilen zu planen. Halle (Saale), Magdeburg und Lutherstadt Wittenberg verzichten auf öffentliche Public-Viewing-Events. Zwar könnten Gaststätten und Hotels die Spiele zeigen, eine zentrale Koordination gibt es jedoch nicht. Magdeburg rechnet damit, dass einige Kneipen die Partien in ihren Biergärten übertragen – Sondergenehmigungen seien dafür nicht nötig.
Auch andere Städte der Region wie Dessau-Roßlau, Weißenfels und Halberstadt haben öffentliche Übertragungen ausgeschlossen. Bei einigen lokalen Behörden gab es zwar Anfragen privater Veranstalter, formelle Anträge wurden jedoch bisher nicht gestellt. Wittenberg zeigt sich zwar offen für künftige Events, konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.
Die letzte große Public-Viewing-Veranstaltung zu einem Übersee-Turnier in Deutschland fand 2016 in München während der Europameisterschaft statt. Seither sind große Fanmeilen selten geworden – ein Trend, der sich bei der WM 2026 vermutlich fortsetzt.
Ohne zentrale Fanmeilen werden die Zuschauer in Sachsen-Anhalt auf kleinere Locations ausweichen müssen. Die geplante Lärmschutzverordnung könnte zwar einige spätabendliche Übertragungen ermöglichen, doch die Städte haben ihre Pläne noch nicht finalisiert. Bis auf Weiteres bleiben Bars und private Veranstalter die Hauptoption für Public Viewing.