20 March 2026, 08:09

Wie maritime Lieder und Schiffe die Seele der Nordküste prägen

Altes Buchcover mit einer Schiffsdarstellung und der Überschrift "Fünf ausgezeichnete neue Lieder" mit einem blauen Himmel und Wolken im Hintergrund.

Wie maritime Lieder und Schiffe die Seele der Nordküste prägen

Das Meer prägt seit jeher die Kultur an Deutschlands Nordküste. Für einen Schriftsteller hinterließ das Aufwachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel einen unauslöschlichen Eindruck. Die Anblicke der gewaltigen Schiffe und die Klänge der Seemannslieder füllten seine Kindheit mit einem Hauch von Abenteuer.

Die Tradition der Shanties und maritimen Chöre reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich Arbeitslieder der Seeleute, wurden sie später zu einem kostbaren Teil des Küstenlebens – besonders in Häfen wie Hamburg und Kiel. Eine der berühmtesten Stimmen, Hans Albers, machte diese Lieder durch Filme und Aufnahmen in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu nationalen Schätzen.

Als Junge beobachtete der Autor, wie Schiffe aus fernen Häfen einliefen. Sein Herz schlug schneller, wenn Militär- und Handelsschiffe im Kieler Hafen vor Anker gingen. Das tägliche Schauspiel des Schiffsbaus in den Werften entfachte eine lebenslange Faszination für das Meer.

Musik war stets gegenwärtig. Bei Familienausflügen begleiteten die Lieder von Hans Albers – auch "blonder Hans" genannt – die Stimmung. Sein Film Große Freiheit Nr. 7 aus dem Jahr 1944 erzählt die Geschichte von Hannes Kröger, einem Seemann, dessen Liebe zu einer Frau namens La Paloma in Herzschmerz endet. Von ihr verlassen, heuert Kröger auf der Padua an, dem letzten großen Segelschiff mit Heimathafen Hamburg. Die Padua, heute als Krusenstern bekannt, ist die einzige erhaltene Viermastbark der legendären Flying-P-Liner-Flotte.

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Die eigene Verbindung des Autors zur maritimen Musik war tief verwurzelt. Einst sang er in einem Kirchenchor neben einem Bass, dessen kraftvolle Stimme auch den Lotsen-Gesangverein erfüllte – einen 1929 gegründeten Steuermännerchor. Später, bei Besuchen auf Hochseeschiffen, stimmte er manchmal Einmal noch nach Bombay von Freddy Quinn an – ein musikalischer Verweis auf die Fernweh-Sehnsucht, die in diesen Liedern steckt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich die maritimen Chöre von praktischen Arbeitsliedern zu kulturellen Institutionen. In Hamburg und Kiel wurden sie für Seeleute und Hafenarbeiter zu einer Möglichkeit, ihr Erbe zu bewahren. Albers' Aufnahmen wie La Paloma verankerten diese Melodien in der deutschen Küstenidentität – eine Mischung aus Nostalgie und dem Ruf des weiten Meeres.

Die Krusenstern fährt noch heute als russisches Schulschiff. Gleichzeitig leben die Lieder, die einst durch die Kieler Werften und Hamburger Docks hallten, in Chören und Aufnahmen weiter. Für diejenigen, die am Wasser aufwuchsen, bleiben Musik und Schiffe eine lebendige Verbindung zur Vergangenheit.

Quelle