Wegner prüft Wohnungsbau am Rand des Tempelhofer Felds – trotz Volksentscheid von 2014
Claudia SchmidtWegner prüft Wohnungsbau am Rand des Tempelhofer Felds – trotz Volksentscheid von 2014
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner prüft Pläne zur teilweisen Bebauung des Tempelhofer Felds. Die Vorschläge sehen vor, am Rand der weitläufigen Freifläche Wohnraum zu schaffen. Eine aktuelle Umfrage zeigt breite Unterstützung in der Bevölkerung: 59 Prozent befürworten einen begrenzten Bau an den äußeren Bereichen des Geländes.
Das Projekt würde etwa ein Drittel des ehemaligen Flughafenareals umfassen. Eine Gruppe von Architekten hat bereits Entwürfe für rund 21.000 Wohnungen auf diesem Abschnitt vorgelegt. Bei einer Genehmigung könnten in den mehr als 20.000 neuen Wohnungen über 50.000 Bewohner unterkommen.
Ein Volksentscheid im Jahr 2014 hatte jede Bebauung auf dem Tempelhofer Feld verboten und so die 200 Hektar Wiesenland unter Schutz gestellt. Der aktuelle Vorschlag sieht keine Veränderungen in diesem zentralen Bereich vor – er bliebe gemäß dem Tempelhof-Gesetz unangetastet. Stattdessen konzentriert man sich auf die Randflächen.
Das Land Berlin könnte die Initiative anführen; der Finanzsenator prüft derzeit die wirtschaftliche Machbarkeit. Befürworter argumentieren, dass eine maßvolle Bebauung am Rand den Wohnungsmangel in der Stadt lindern könnte, ohne den offenen Charakter des Felds zu beeinträchtigen.
Die Umsetzung hängt nun von finanziellen Bewertungen und politischer Zustimmung ab. Bei Erfolg wäre es die erste größere Bebauung auf dem Tempelhofer Feld seit dem Verbot von 2014. Das Ergebnis könnte Berlins Umgang mit der Balance zwischen Wohnraumbedarf und geschützten Grünflächen neu definieren.






