03 April 2026, 06:08

Warum Mitarbeiter:innen lieber Jacken am Schreibtisch lassen als nach Leistung bewertet zu werden

Liniengraph auf einem weißen Hintergrund, der steigende Produktivität über 35 Jahre zeigt, mit Text, der besagt, dass die Vorteile nicht die Mittelschicht erreicht haben.

Warum Mitarbeiter:innen lieber Jacken am Schreibtisch lassen als nach Leistung bewertet zu werden

Immer mehr Unternehmen führen nach Jahren flexibler Arbeitsmodelle wieder strenge Präsenzpflichten im Büro ein. Doch eine neue Umfrage zeigt: Viele Beschäftigte fühlen sich nach wie vor unter Druck gesetzt, sichtbar zu sein – statt nach ihrer tatsächlichen Leistung beurteilt zu werden. Über die Hälfte ist überzeugt, dass Vorgesetzte Anwesenheit höher bewerten als messbare Ergebnisse.

Laut der Erhebung glauben 55,9 % der Arbeitnehmer:innen, dass ihr Arbeitgeber mehr Wert auf physische Präsenz legt als auf das, was sie tatsächlich leisten. Diese Wahrnehmung führt zu kuriosen Verhaltensweisen: 17,3 % lassen eine Jacke oder Tasche am Schreibtisch zurück, um vorzutäuschen, sie seien vor Ort, während 23,2 % absichtlich spätabends E-Mails verschicken, um beschäftigt zu wirken. Weitere 27,7 % stellen ihren Online-Status sogar manuell auf "verfügbar", wenn sie im Homeoffice arbeiten – aus Angst, sonst misstrauisch beäugt zu werden.

Fast ein Drittel der Beschäftigten (32,5 %) macht eine Kultur der reinen Präsenz – das sogenannte Präsentismus – für ihr Verhalten verantwortlich. 31,6 % geben offen zu, um ihre Jobsecurity zu fürchten, wenn sie nicht sichtbar "am Arbeiten" sind. Und 25,4 % bleiben länger im Büro, einfach weil ihr Chef oder ihre Chefin noch da ist – selbst wenn sie ihre Aufgaben längst erledigt haben.

Trotzdem würden 66,2 % der Befragten eine Gehaltskürzung von fünf Prozent in Kauf nehmen, wenn ihre Leistung ausschließlich nach Ergebnissen bewertet würde. Doch nur 33,3 % trauen sich derzeit zu, ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Die Ergebnisse decken sich mit einer separaten Studie des Jobportals Indeed, die zeigt: Büropräsenz bedeutet nicht automatisch höhere Produktivität.

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Der Wandel vollzieht sich, während Unternehmen die Flexibilität aus der Pandemiezeit zurücknehmen. Zwar bleiben hybride Modelle verbreitet, doch in einigen Branchen werden wieder mehr Präsenztage verlangt – auf Kosten der Remote-Optionen.

Die Daten offenbaren eine Kluft zwischen dem, wie Beschäftigte bewertet werden möchten, und dem, wie sie glauben, tatsächlich beurteilt zu werden. Während immer mehr Firmen die Rückkehr ins Büro erzwingen, setzen Mitarbeiter:innen weiterhin auf Sichtbarkeit statt auf Leistung. Dabei würde die Mehrheit ein System bevorzugen, in dem nicht die Anwesenheit, sondern die Ergebnisse über ihren Wert entscheiden.

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