Warum einige Regionen florieren und andere zurückbleiben – die Forschung von Felix Rösil
Finn ZimmermannWarum einige Regionen florieren und andere zurückbleiben – die Forschung von Felix Rösil
Felix Rösil übernahm im Oktober 2021 die Professur für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Braunschweig. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Frage, warum einige Regionen prosperieren, während andere zurückbleiben – insbesondere in den ländlichen Gebieten Deutschlands und den Regionen nach der Wiedervereinigung. Einen zentralen Auftrag sieht er darin, wissenschaftliche Erkenntnisse der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik verständlich zu vermitteln.
Rösils Arbeit untersucht, wie Menschen und Unternehmen entscheiden, wo sie leben und wirtschaften. Dabei spielen persönliche Vorlieben, finanzielle Rahmenbedingungen, Infrastruktur und politische Maßnahmen eine entscheidende Rolle. Seine Studien analysieren zudem die langfristigen Auswirkungen der deutschen Teilung und Wiedervereinigung auf die regionale Entwicklung.
Eines seiner wichtigsten Projekte widmete sich der Dezentralisierung in der Ostukraine zwischen 2014 und 2022. Dazu gehörte die Zusammenlegung lokaler Gemeinden (Hromadas) in den Gebieten Donezk und Luhansk sowie die Untersuchung von Autonomie-Modellen wie denen der finnischen Åland-Inseln, Südtirols in Italien oder Kataloniens und des Baskenlands in Spanien. Diese Fälle könnten auch für ländliche Regionen Ostdeutschlands Lehren bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt Rösils ist die Digitalisierung, die er als prägende Kraft für Arbeit und Alltag betrachtet. Historische Daten, so seine These, können dabei helfen, die Politik während dieses Wandels zu steuern. Ein prägender Moment seiner Karriere war 2017, als er seine Forschungsergebnisse vor Nobelpreisträgern auf dem Lindauer Treffen präsentieren durfte.
An der TU Braunschweig will sich Rösil vor allem der ländlichen Entwicklung und der Stärkung der Verbindungen zwischen Stadt und Land widmen. Die Universität wählte er wegen ihres starken Forschungsprofils, der kollegialen Atmosphäre und der Nähe zur Natur. In der Lehre legt er Wert auf Begeisterung, Klarheit und darauf, Studierende zu motivieren, mit Sinn zu lernen, kritisch zu lesen und das Leben aktiv zu gestalten.
Mit Rösils Berufung stärkt die TU Braunschweig ihre Forschung zu regionaler Ungleichheit und wirtschaftlichem Zusammenhalt. Seine Arbeiten zu Dezentralisierung, Digitalisierung und Stadt-Land-Beziehungen zielen darauf ab, praxisnahe Impulse für die Politik zu liefern. Auch künftig wird er die Brücke zwischen akademischer Forschung und öffentlicher Debatte schlagen.






