Warum ein Kuss zwischen Scarlett Johansson und Jonathan Bailey die Gesellschaft spaltet
Finn ZimmermannWarum ein Kuss zwischen Scarlett Johansson und Jonathan Bailey die Gesellschaft spaltet
Ein Kuss unter Freunden auf dem roten Teppich hat eine neue Debatte über platonische Zuneigung in der Öffentlichkeit entfacht. Scarlett Johansson und Jonathan Bailey tauschten bei der Promotion von Jurassic World: Rebirth einen flüchtigen Kuss aus und reihten sich damit in die wachsende Liste von Prominenten ein, die mit solchen Gesten keine Probleme haben. Experten zufolge spiegeln solche Momente einen gesellschaftlichen Wandel wider, wie nicht-romantisches Küssen unter Freunden wahrgenommen wird.
Der Kuss von Johansson und Bailey bei der Premiere zog Aufmerksamkeit auf sich, doch ihr Ehemann Colin Jost zerstreute später alle Spekulationen. Er erklärte, er sehe kein Problem in der Geste, und betonte damit ihren platonischen Charakter. Bailey selbst hat sich offen darüber geäußert, Liebe auf vielfältige Weise auszudrücken – darunter auch das Küssen enger Freunde.
Diese Art von Zuneigung, oft als "Guppy-Kuss" bezeichnet, erinnert an die harmlosen Küsschen, die Kinder mit Familie oder Freunden austauschen. Die Kommunikationsberaterin Judi James weist darauf hin, dass solche Gesten in Hollywood mittlerweile üblich sind. Stars wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna küssen ihre besten Freunde ebenfalls in der Öffentlichkeit. Selbst Tiere, darunter Primaten, nutzen ähnliche Verhaltensweisen, um soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
In der Sendung This Morning küsste Moderatorin Cat Deeley ihre beste Freundin Charlie Brear auf den Mund und beschrieb dies als natürlichen Teil ihrer Freundschaft. Deeley hatte zuvor erwähnt, dass sie "Freundinnen-Küsschen" genieße, um die Verbindung zu anderen Frauen zu vertiefen. Solche Momente zeigen, wie Küssen als Symbol für eine tiefe, nicht-romantische Verbundenheit dienen kann.
Die öffentliche Reaktion auf solche Küsse hat sich im Laufe der Zeit verändert. Noch vor einigen Jahrzehnten führten derartige Gesten oft zu reißerischen Schlagzeilen, bei denen Medien über verborgene Beziehungen oder Skandale spekulierten. Der Kuss zwischen Madonna und Britney Spears bei den VMAs 2003 löste etwa eine breite Debatte aus. Heute werden solche Gesten jedoch eher als platonische Zuneigung oder spielerische PR-Aktionen wahrgenommen. Dieser Wandel geht einher mit einer größeren Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community und einer abnehmenden Stigmatisierung von Frauenfreundschaften, wodurch solche Momente weniger umstritten sind.
Die Normalisierung des platonischen Küssens unter Prominenten spiegelt sich in veränderten Einstellungen zu Zuneigung und Freundschaft wider. Wie Persönlichkeiten wie Johansson, Bailey und Deeley zeigen, werden solche Gesten zunehmend als natürliche Ausdrucksformen von Nähe akzeptiert. Der Wandel unterstreicht zudem eine breitere kulturelle Entwicklung hin zur Anerkennung vielfältiger emotionaler Verbindungen.






