Volkswagen kämpft um die Wende: Warum die Aktie trotz Rekordumsätzen abstürzt
Finn SimonVolkswagen kämpft um die Wende: Warum die Aktie trotz Rekordumsätzen abstürzt
Volkswagen hat ein schwieriges Jahrzehnt hinter sich: Während der Gesamtmarkt kräftig zulegte, verlor der Konzern mehr als die Hälfte seines Börsenwerts. Trotz starker Gewinne und Umsätze im Jahr 2024 spiegeln die anhaltenden Kursprobleme des Unternehmens tiefgreifendere Herausforderungen bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge wider. Anleger beobachten nun gespannt, ob die Prognosen für eine mögliche Erholung eintreten – doch die Risiken bleiben hoch.
In den vergangenen zehn Jahren brach der Volkswagen-Aktienkurs um 52,6 Prozent ein, ein scharfer Kontrast zum DAX, der im selben Zeitraum 104 Prozent zulegte. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich aktuell auf 45,2 Milliarden Euro – ein Bruchteil der Bewertung von Tesla mit 1,4 Billionen Dollar. Zwar erzielte Volkswagen 2024 mit 324 Milliarden Euro einen deutlich höheren Umsatz als Tesla (97,7 Milliarden Dollar), doch der Gewinn von 10,7 Milliarden Euro lag nur knapp über den 8,4 Milliarden Dollar des US-Konkurrenten.
Analysten führen die Rückschläge vor allem auf Fehltritte bei der Elektrowende zurück: Volkswagen stieg spät in den Markt ein und fuhr die Produktion hoch, ohne die Nachfrage ausreichend zu prüfen. Die Folge: Der Gewinn pro Aktie (EPS) sank 2024 auf 21,36 Euro und soll 2025 weiter auf 15,90 Euro fallen. Doch die Prognosen deuten auf eine Trendwende hin – der EPS könnte von 23 Euro im Jahr 2026 auf 33,80 Euro bis 2028 steigen.
Die geringe Bewertung zeigt sich auch am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das für 2025 bei 5,64 und für 2026 bei nur 3,89 liegt. Zudem spielt politischer Einfluss eine Rolle: Niedersachsen, größter Einzelaktionär, hat kürzlich Mitglieder der Grünen in den Aufsichtsrat entsandt. Dieser Schritt könnte die künftige Strategie prägen, während Volkswagen versucht, wieder Tritt zu fassen.
Die Zukunft des Konzerns hängt davon ab, ob es gelingt, die Probleme bei der Elektrooffensive zu überwinden und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnte der steigende Gewinn pro Aktie eine Wende einläuten – doch die Umsetzungsrisiken bleiben bestehen. Derzeit unterstreicht die Kluft zwischen der finanziellen Größe des Unternehmens und seiner Marktbewertung die anstehenden Herausforderungen.






