24 April 2026, 22:07

TMZs provokante Politikberichte und der Aufstieg von The Star – ein Medienwandel in Washington

Porträt von George Washington auf Papier mit Text, frontal mit ernstem Gesichtsausdruck, trägt Anzug und Krawatte, markante Nase und Kinn, zurückgekämmtes Haar.

TMZs provokante Politikberichte und der Aufstieg von The Star – ein Medienwandel in Washington

TMZ erweitert seinen provokanten Berichtsstil auf die Washingtoner Politik und setzt dabei auf Paparazzi-Methoden, um Politiker in ungeschönten Momenten einzufangen. Die jüngsten Aufnahmen von Abgeordneten während der Kongresspause haben für Aufsehen gesorgt – doch die Vorgehensweise des Mediums bleibt umstritten. Gleichzeitig vollzieht sich ein weiterer Medienwandel: NOTUS benennt sich in The Star um und will so die Lücken füllen, die durch die jüngsten Stellenstreichungen bei der Washington Post entstanden sind.

Das Washington-Büro von TMZ sorgt mit seiner konfrontativen Berichterstattung für Furore – ganz ähnlich wie bei seinen Promi-Reportagen. Ein besonders bemerkenswerter Moment war ein Foto von Senator Lindsey Graham (Republikaner, South Carolina), der während einer politischen Krise mit einem Zauberstab in Disney World zu sehen war. Zudem veröffentlichte das Portal Bilder von Abgeordneten beider Parteien, die die Hauptstadt verließen, während das Heimatschutzministerium mit einer Schließung kämpfte.

Aggressive Ansätze sind nicht neu: Journalisten wie Mike Wallace und Tom Fiedler setzten bereits früher auf ähnliche "Hinterhalt"-Interviews. Doch TMZ' Abhängigkeit von öffentlichen Hinweisen und Paparazzi-Konfrontationen hat eine Debatte ausgelöst. Ana Marie Cox, ehemalige Bloggerin von Wonkette, warnte, solche Berichterstattung könnte den Zynismus gegenüber der Washingtoner Politik noch verstärken.

Nicht alle politischen Meldungen von TMZ waren jedoch korrekt. Das Portal musste sich für die falsche Behauptung rechtfertigen, Beyoncé werde beim Demokratischen Nationalkonvent 2024 auftreten. Zudem fehlen TMZ die notwendigen Presseausweise für den Kongress, was die Berichterstattung auf Interviews vor öffentlichen Gebäuden beschränkt.

Die Veränderungen fallen in eine Zeit, in der die Washington Post im Februar fast ein Drittel ihrer Belegschaft abgebaut hat – mit spürbaren Einschnitten bei lokalen und Sportberichten. The Star, einst als NOTUS bekannt, will diese Nische besetzen und setzt mit der Umbenennung auf eine Ausweitung der Berichterstattung in genau diesen Bereichen.

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TMZ' unkonventionelle politische Berichte finden zwar zunehmend Beachtung, doch die Bilanz bleibt durchwachsen. Die Neuausrichtung von The Star zeigt hingegen, wie neue Medien die Lücken im Washingtoner Medienmarkt zu schließen versuchen – insbesondere bei lokalen und sportlichen Themen. Beide Entwicklungen spiegeln einen Wandel in der Medienlandschaft wider, in der traditionelle Häuser zurückfahren, während neue Akteure zu aggressiveren Methoden greifen.

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