Streit um Millionenprojekt: Braucht Wolfenbüttel eine Radschnellverbindung nach Braunschweig?
Claudia SchmidtStreit um Millionenprojekt: Braucht Wolfenbüttel eine Radschnellverbindung nach Braunschweig?
In Wolfenbüttel wird über eine neue Schnellradverbindung nach Braunschweig diskutiert. Das Projekt würde 1,365 Millionen Euro kosten, stößt jedoch auf starken Widerstand wegen des Haushaltsdefizits der Stadt. Befürworter und Kritiker streiten über die Notwendigkeit und die finanziellen Auswirkungen der Maßnahme.
Eine Zählstation verzeichnete im Jahr 2025 durchschnittlich 367 Fahrradfahrten pro Werktag zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass eine Radschnellverbindung diese Zahl auf etwa 2.000 tägliche Fahrten steigern könnte. Ralf Achilles, Fraktionsvorsitzender der SPD, unterstützt den Plan und argumentiert, dies würde eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer sicherstellen.
Der Stadtrat hat beschlossen, eine interkommunale Initiative zur Erweiterung einer bestehenden Radroute voranzutreiben. Die CDU- und FDP-Fraktionen lehnen das Vorhaben jedoch ab und verweisen auf das Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro. Das CDU-Mitglied Leonhard Pröttel warf den Grünen Populismus vor, da sie die Radschnellverbindung auf Kosten lokaler Radwege-Projekte vorantrieben. Der FDP-Mitantragsteller Rudolf Ordon hinterfragte die Schätzung von 2.000 Nutzern pro Tag und betonte, es bestehe kein Bedarf für eine zusätzliche Verkehrsverbindung.
Auch Manfred Wolfrum von der AfD äußerte Bedenken und bezeichnete die prognostizierten jährlichen Wartungskosten von 30.000 Euro als unrealistisch niedrig.
Die geplante Radschnellverbindung bleibt umstritten. Sollte sie gebaut werden, könnte sie den Radverkehr zwischen den beiden Städten deutlich stärken. Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob die finanziellen und politischen Konflikte gelöst werden können.






