Sanierung der St.-Johannis-Kirche in Soltau: Historisches Erbe wird gerettet
Finn SimonSanierung der St.-Johannis-Kirche in Soltau: Historisches Erbe wird gerettet
Die St.-Johannis-Kirche in Soltau durchläuft eine umfassende Sanierung, um ihr historisches Erbe zu bewahren und ihre Ausstattung zu modernisieren. Das in zwei Phasen unterteilte Projekt hat bereits die Barrierefreiheit verbessert und wird sich bald strukturellen Reparaturen sowie der künstlerischen Restaurierung widmen.
Die erste Phase der Arbeiten wurde Mitte 2023 abgeschlossen. Im Fokus standen der Gemeindesaal und die Gruppenräume, die durch neue Zugänge vollständig barrierefrei gestaltet wurden.
Die zweite Phase beginnt im Frühjahr 2025 und konzentriert sich auf die Bausubstanz der Kirche sowie ihre historischen Wandmalereien. Für diese Maßnahmen werden über eine Million Euro benötigt – davon sind bereits 520.000 Euro vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bewilligt worden. Zu den zentralen Aufgaben zählen der Austausch veralteter Dämmmaterialien, die Erneuerung der Fensterverglasung, die Modernisierung der Elektroinstallation und die Verstärkung der Balkonsicherheit.
Zwei bedeutende Wandgemälde erfordern dringend Aufmerksamkeit: Das 1907 von Carl Wiederhold geschaffene Deckengemälde ist zwar noch in relativ gutem Zustand, benötigt jedoch eine Reinigung, lokale Ausbesserungen und die Schließung von Rissen. Dagegen ist Rudolf Schäfers Malschöpfung von 1921 stark in Mitleidenschaft gezogen – abblätternde Farbpigmente und eine instabile Oberfläche machen eine Stabilisierung durch Restauratoren unverzichtbar.
Auch die Farbgestaltung des Innenraums wird überarbeitet: Ein warmer Elfenbeinton soll als Basis die wiederhergestellten Gemälde und Fresken zur Geltung bringen und ihre ursprüngliche Leuchtkraft zurückgeben. Zudem hängt die Restaurierung der Orgel von 1968 vom Zeitplan dieser Phase ab, da Staub und Bauschutt während der Bauarbeiten vermieden werden müssen.
Ziel der Sanierung ist es, die Zukunft der St.-Johannis-Kirche als Wahrzeichen der Stadt zu sichern – bekannt für ihre Größe und ihre über hundertjährige Geschichte. Nach Abschluss der Arbeiten bleibt das Gebäude ein Ort der Andacht und wird weiterhin kulturelle sowie gemeindliche Veranstaltungen beherbergen. Der Erfolg des Projekts steht und fällt mit der Beschaffung der noch ausstehenden Mittel und der präzisen Umsetzung der geplanten Konservierungsmaßnahmen.