12 March 2026, 08:07

Rücktritt von SWB-Chef Hermes nach Grundstücksskandal in Bonn

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Rücktritt von SWB-Chef Hermes nach Grundstücksskandal in Bonn

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt erklärt, nachdem er das Vertrauen in die lokale Politik verloren hat. Sein Abschied folgt auf monatelange Kontroversen um einen Grundstücksskandal am Flugplatz Hangelar, den er im Dezember erstmals aufgedeckt hatte. Trotz seiner Entscheidung steht der Aufsichtsrat weiterhin hinter ihm und dem Führungsteam.

Der Skandal begann, als Hermes mutmaßliche politische Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar aufdeckte. Spätere Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ein Bonner Busunternehmer und großer CDU-Spender den Prozess beeinflusst haben könnte. Die Enthüllungen veranlassten den Stadtrat zum Handeln.

Am 10. März 2026 beschloss der Bonner Rat eine Reihe von Reformen. Dazu gehören die Beauftragung unabhängiger juristischer Prüfungen möglicher Interessenkonflikte, die Einrichtung eines ad-hoc-Untersuchungsausschusses und die Einführung strengerer Transparenzregeln. Zudem wird ein neuer Ethikausschuss künftige Projekte überwachen.

Trotz des Skandals hält der Aufsichtsrat an Hermes fest. Daniel Rutte, Aufsichtsratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht", und kritisierte andere Beteiligte, die in ihren Ämtern blieben. Das Versorgungsunternehmen plant nun, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßliche Einflussnahme an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.

Hermes' Rückzug erfolgt in einer kritischen Phase für die Bonner Stadtwerke. Das Unternehmen bereitet große Investitionen in die Wärme- und VerkehrsWende in Bonn vor und strebt gleichzeitig Kostensenkungen im ÖPNV an. Er beabsichtigt, bis zum Sommer zu gehen, und hat eine Rückkehr ausgeschlossen.

Der Rücktritt hinterlässt die Bonner Stadtwerke in einer Führungslücke während einer Phase wichtiger finanzieller und operativer Weichenstellungen. Die Reformen der Stadt sollen künftige Konflikte verhindern, doch die rechtlichen und politischen Folgen des Skandals bleiben vorerst ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft wird nun die Erkenntnisse des Unternehmens zu den Vorwürfen prüfen.

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