15 March 2026, 20:17

Pharmazie-Fonds wächst auf 548 Millionen – doch die meisten Mittel liegen brach

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, auf dem steht: "19 Millionen Amerikaner sparen geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneikosten."

Pharmazie-Fonds wächst auf 548 Millionen – doch die meisten Mittel liegen brach

Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) wächst stetig – doch die meisten Mittel bleiben ungenutzt

Im dritten Quartal stiegen die Einnahmen des Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) auf fast 35 Millionen Euro, sodass die verfügbaren Gesamtmittel nun über 548 Millionen Euro betragen. Gleichzeitig prüft das Bundesgesundheitsministerium (BMG) grundlegende Änderungen bei der Verwendung dieser Gelder – oder sogar die Abschaffung des pDL.

Seit seiner Einführung hat sich der Fonds deutlich ausgeweitet und verfügt mittlerweile über ein Volumen von 540 bis 570 Millionen Euro. Allein im dritten Quartal reichten 8.777 Apotheken Abrechnungen ein – leicht mehr als im Vorquartal. Auch die über den pDL abgerechneten Leistungen stiegen stark an: Im dritten Quartal 2025 wurden 216.000 Dienstleistungen erbracht, gegenüber 156.000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mittlerweile beteiligen sich mehr als die Hälfte der rund 16.600 Apotheken in Deutschland.

Deutliche Zunahme bei zentralen Leistungen Besonders gefragt waren erweiterte Beratungen bei Polymedikation: 78.949 Patient:innen, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, erhielten eine solche Unterstützung – ein Anstieg um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 21 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Standardisierte Risikobewertungen bei Bluthochdruck wurden 44.527-mal durchgeführt (plus 43 Prozent zum Vorjahr). Die Schulung zur korrekten Anwendung von Inhalatoren erreichte 91.274 Patient:innen (plus 18 Prozent jährlich), allerdings 16 Prozent weniger als im zweiten Quartal.

Trotz Nachfragesteigerung bleiben Mittel ungenutzt Obwohl die Inanspruchnahme der Leistungen zunimmt, bleibt die Ausgabenseite gering. Der pDL finanziert weiterhin strukturierte Medikationsanalysen, Therapietreue-Programme und Schulungen – doch der Großteil der Mittel bleibt unangetastet. Das BMG schlägt nun vor, die bisher in den pDL fließende Abgabe von 20 Cent pro Packung stattdessen für Notdienstleistungen von Apotheken zu verwenden. Diese Umwidmung passt zum wachsenden Bedarf: Der Not- und Nachtdienstfonds (NNF) schüttete im dritten Quartal 11,3 Millionen Euro aus – 12 Prozent mehr als im Vorquartal und 55 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Rahmen der Apothekenreform könnte das Ministerium den pDL sogar vollständig auflösen und seine Ressourcen dringenderen Aufgaben zuweisen.

Ungenutzte Mittel und steigende Nachfrage stellen pDL infrage Angesichts der ungenutzten Gelder und der wachsenden Inanspruchnahme von Dienstleistungen überprüft das BMG die Zukunft des Fonds. Eine Umverteilung der Abgaben zugunsten von Notapotheken könnte akute Versorgungslücken schließen. Sollte die Reform beschlossen werden, dürften sich sowohl die Struktur des pDL als auch die Verwendung der verbleibenden 548 Millionen Euro bald grundlegend ändern.

Quelle