04 April 2026, 14:11

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben im dritten Krisenjahr

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben im dritten Krisenjahr

Die chemische Industrie in Ostdeutschland steht vor dem dritten Krisenjahr in Folge. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globaler Wettbewerb haben die Produktion um etwa drei Prozent sinken lassen. Fabriken laufen derzeit nur noch mit durchschnittlich 72 Prozent Auslastung – viele Unternehmen kämpfen ums Überleben.

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Energie- und Rohstoffpreise belasten die Branche weiterhin schwer. Regulatorischer Druck und harter internationaler Wettbewerb verschärfen die Lage zusätzlich. Geopolitische Spannungen, darunter der Nahostkonflikt, setzen die Industrie weiter unter Druck.

Der Umsatz der chemischen und pharmazeutischen Industrie in der Region lag 2025 bei rund 28,5 Milliarden Euro. Der leichte Anstieg um 0,5 Prozent ging jedoch allein auf das Konto der Pharmabranche zurück. Die traditionelle chemische Produktion schrumpft weiter, und Entlassungen breiten sich in der gesamten Industrie aus.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich in Leuna: Der Standortbetreiber InfraLeuna und das Unternehmen Leuna-Harze wollen zwei insolvente Tochtergesellschaften von Domo übernehmen. Gelingt die Rettung, könnte dies ein dringend benötigtes positives Signal für die gebeutelte Region sein. Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks über die neuesten Entwicklungen beraten.

Trotz der Herausforderungen rechnen nur etwa zehn Prozent der Unternehmen mit einer baldigen Besserung der Lage. Der Branchenverband verzichtet auf Prognosen für das kommende Jahr – ein Zeichen tiefer Verunsicherung.

Rund 63.000 Arbeitsplätze in der Branche sind durch die Krise bedroht. Da keine schnelle Erholung in Sicht ist, stellen sich die Unternehmen auf weitere Schwierigkeiten ein. Der Ausgang des Rettungsversuchs für Domo in Leuna könnte zwar etwas Entlastung bringen, doch die grundsätzlichen Probleme der ostdeutschen Chemieindustrie bleiben bestehen.

Quelle