07 June 2026, 06:06

Organspende-Reform: Soll Deutschland zur Widerspruchslösung wechseln?

Berliner haben bisher in diesem Jahr mehr Organe gespendet

Organspende-Reform: Soll Deutschland zur Widerspruchslösung wechseln?

Ein geplanter Reformvorschlag in Deutschland könnte die Handhabung von Organspenden im gesamten Land verändern. Nach dem neuen Entwurf würde jeder Erwachsene automatisch zum potenziellen Spender – es sei denn, er widerspricht aktiv. Die Initiative hat im Bundestag bereits Debatten ausgelöst, wobei einige Abgeordnete ethische Bedenken gegen das geplante Widerspruchslösungssystem äußern.

Aktuell gilt in Deutschland die ausdrückliche Zustimmung zur Organspende, entweder durch den Betroffenen selbst oder durch Angehörige. Doch eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten will das Verfahren nun vereinfachen, indem sie von einer grundsätzlichen Zustimmung ausgeht – sofern keine Ablehnung vorliegt.

Die Diskussion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Organspendezahlen erste Anzeichen einer Besserung zeigen. Bundesweite Statistiken für die ersten fünf Monate des Jahres 2026 verzeichnen einen Anstieg um 12 Prozent: 1.405 Spenden stehen 1.253 im gleichen Zeitraum des Vorjahres gegenüber. Allein in Berlin wurden von Januar bis Mai 73 Organspenden registriert – fast doppelt so viele wie die 39 im ersten Halbjahr 2025.

Trotz dieser Fortschritte übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Rund 8.200 Menschen stehen bundesweit auf der Warteliste, in Berlin warten über 400 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan. In diesem Jahr wurden in der Hauptstadt bisher fast 140 Transplantationen durchgeführt.

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Sollte die Reform verabschiedet werden, könnte sie den Mangel an Spenderorganen lindern. Ihr Erfolg hängt jedoch von der Akzeptanz in der Bevölkerung und einer politischen Einigung ab. Bis dahin bleibt die Zahl der verfügbaren Organe zu gering, um den Bedarf der Tausenden Wartenden zu decken.

Quelle