Olympia-Bewerbung 2036: Berlins Kampf gegen Widerstand und Zeitdruck
Deutschlands Weg zu einer Olympischen Bewerbung stößt in Berlin auf starken Widerstand. Die Kampagne NoOlympia, unterstützt von der Linken und den Grünen, sammelt Unterschriften, um eine öffentliche Abstimmung gegen die Ausrichtung der Spiele zu erzwingen. Bürgermeister Kai Wegner hat zwar ein Referendum vorgeschlagen – doch Kritiker halten dies für zu spät, um noch Wirkung zu entfalten.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September die Bewerberstadt oder -region für Deutschlands Kandidatur festlegen. München und Nordrhein-Westfalen verfügen über breite öffentliche Unterstützung, mit rund zwei Dritteln der Befragten, die sich dafür aussprechen. Hamburg hingegen bleibt gespalten: Umfragen liefern widersprüchliche Ergebnisse, und die Erinnerung an die Ablehnung 2015 ist noch präsent.
Damals lehnten 51,6 Prozent der Hamburger den Bewerbungsversuch für 2024 ab und vereitelten das Vorhaben knapp. Zudem gilt in der Stadt eine strenge Regel: Jede Referendumsfrage muss gegensätzliche Positionen abbilden und eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landesparlament erhalten.
In Berlin gestaltet sich die Lage noch komplizierter. Eine Volksabstimmung wäre frühestens in einem Jahr rechtlich möglich – wegen festgelegter Fristen. Nur drei der 16 Bundesländer erlauben solche Referenden, und weder Berlin noch Hamburg erfüllen die Voraussetzungen. Trotzdem treibt die NoOlympia-Bewegung ihre Unterschriftensammlung voran, während Wegners Referendumspläne von Grünen und Linken weitgehend abgelehnt werden.
Falls Berlin als deutsche Bewerberstadt ausgewählt wird, könnte die Entscheidung dennoch später zur Abstimmung stehen – allerdings erst 2027. Die Verzögerungen und rechtlichen Hürden lassen das Ergebnis offen. Zunächst wird die DOSB-Entscheidung zeigen, ob Berlin, München oder eine andere Region im Rennen bleibt.






