22 March 2026, 20:13

Nowruz in Berlin: Wie ein uraltes Fest Widerstand und Kultur verbindet

Ein farbenfrohes chinesisches Neujahrsfest in Amsterdam mit einem Löwen tanzen im Vordergrund und einer Menge Menschen drumherum, einige halten Kameras, vor Häusern, Laternenmasten und einem klaren blauen Himmel.

Nowruz in Berlin: Wie ein uraltes Fest Widerstand und Kultur verbindet

Nowruz-Fest: Berlins Feiern zum persischen Neujahr

Das uralte Nowruz-Fest, das den persischen Neujahrsbeginn markiert, wird diese Woche in Berlin mit öffentlichen Veranstaltungen gefeiert. Das Fest hat für über 300 Millionen Menschen in mehr als 20 Ländern tiefe kulturelle Bedeutung – doch in Ländern wie Afghanistan und Iran bleibt es verboten. Drei große Veranstaltungsorte – das Humboldt Forum, das Haus der Kulturen der Welt und das Gorki Theater – bieten kostenlose Programme mit Musik, Tanz und Diskussionen an.

Das Humboldt Forum begeht erstmals eine Newroz-Feier, die von 11 bis 20:30 Uhr stattfindet. Sieben Berliner Vereine präsentieren gemeinsam Traditionen kurdischer, zentralasiatischer, usbekischer, iranischer und afghanischer Gemeinschaften. Auf dem Programm stehen Drachenbau, Eierbemalung sowie Live-Auftritte mit klassischer Musik und kurdischem Rock. Die Veranstaltung ist Teil des jährlichen Programms "Beziehungen: Familie" des Forums, das sich mit den Herausforderungen von Familien in unsicheren Zeiten beschäftigt.

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Im Haus der Kulturen der Welt hat Kuratorin Ava Irandoost die diesjährige Ausgabe von "Nowruz – Ein neuer Tag" ganz der persischen Kultur und Künstlerinnen gewidmet. Von 20:30 Uhr bis Mitternacht gibt es traditionelle Tänze, eine Podiumsdiskussion über die Feier von Newroz unter Repression sowie Livemusik – alles kostenlos. Das Gorki Theater lädt unterdessen zu "Newroz!" ein, einem späten Konzert- und Partyabend ab 21 Uhr.

Nowruz steht seit jeher auch als Symbol des Widerstands. Im Iran bleibt es trotz fast 50 Jahren staatlicher Unterdrückung das wichtigste Fest des Landes. Historisch wurde es bereits unter den Taliban in Afghanistan (1996–2001) und im Iran während der Pahlavi-Ära vor seiner Wiederbelebung 1979 verboten. Heute wird es in Ländern wie Tadschikistan, Usbekistan und Kasachstan gefeiert, wo über 80 Prozent der Bevölkerung teilnehmen.

Die Berliner Veranstaltungen spiegeln die anhaltende Bedeutung des Festes wider – selbst dort, wo es Einschränkungen unterliegt. Die Feiern bringen vielfältige Gemeinschaften zusammen, um Traditionen zu ehren, die politische Unterdrückung überdauert haben. Der kostenlose Eintritt an allen drei Orten sorgt dafür, dass die kulturellen Programme für alle zugänglich sind.

Quelle