Neues Fraunhofer-Rahmenwerk stärkt Cybersicherheit im deutschen Energiesektor
Claudia SchmidtNeues Fraunhofer-Rahmenwerk stärkt Cybersicherheit im deutschen Energiesektor
Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) hat ein neues Rahmenwerk zur Bewertung von Cyberbedrohungen im deutschen Energiesektor entwickelt. Das System soll der Bundesnetzagentur helfen, die Auswirkungen von Cybervorfällen auf die Versorgungssicherheit und die Energiemärkte im Rahmen der aktualisierten NIS-2-Richtlinie zu analysieren.
Das Rahmenwerk führt ein dreistufiges, risikobasiertes Modell zur Einordnung von Cybersicherheitsvorfällen ein. Es umfasst die anfängliche Datenerfassung, eine detaillierte Voranalyse sowie eine umfassende Bewertung der Folgen – sowohl in systemischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Standardisierte Datenformate und ein klares Klassifizierungssystem sollen zu einer einheitlicheren Sicherheitsberichterstattung beitragen.
Die Konzeption baut auf bestehenden europäischen Ansätzen auf, darunter das Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E. Als zentrale Datenquelle dient das Marktstammdatenregister Deutschlands, um umfassende und zuverlässige Bewertungen zu gewährleisten. Nach der Implementierung wird die Bundesnetzagentur die Methodik testen und könnte sie später auf untere operationelle Ebenen ausweiten.
Mit der NIS-2-Richtlinie erhält die Behörde zudem erweiterte Befugnisse, um die Schwere von Cybervorfällen einzustufen. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Aufsicht und Reaktionsfähigkeit in der kritischen Energieinfrastruktur zu stärken.
Das neue Bewertungsrahmenwerk bietet der Bundesnetzagentur eine strukturierte Methode zur Analyse von Cyberrisiken. Durch die Integration standardisierter Daten und risikobasierter Bewertungen soll es die Resilienz der deutschen Energieversorgung verbessern. Langfristig könnte das System auf weitere operative Prozesse im gesamten Sektor übertragen werden.






