Meppen wird 2027 an das deutsche Wasserstoffnetz angeschlossen – mit weitreichenden Folgen
Finn ZimmermannMeppen wird 2027 an das deutsche Wasserstoffnetz angeschlossen – mit weitreichenden Folgen
Meppen soll durch ein großes neues Pipeline-Projekt an das deutsche Wasserstoff-Netz angeschlossen werden. Die "Nordsee-Ruhr-Verbindung III" wird sich über 122 Kilometer von Bunde bis Wettringen erstrecken und dabei wichtige Anschlüsse in Meppen umfassen. Der Baubeginn ist für Ende 2026 geplant, der Betrieb soll ein Jahr später aufgenommen werden.
Die Pipeline bindet Meppen an das Kernstück des deutschen Wasserstoff-Transportnetzes an. Lokale Unternehmen können sich über T-Stücke direkt anschließen und so Zugang zu sauberer Energie für industrielle Zwecke erhalten. Die Stadtverwaltung war von Anfang an in die Planung der regionalen Wasserstoffinfrastruktur eingebunden.
Neben Meppen haben auch drei weitere Partner aus dem Emsland direkte Anschlüsse gesichert: die Gemeinde Lingen, das Chemiewerk von Evonik in Haren sowie der Energiestandort von RWE in Lingen. Diese Verbindungen sind Teil des übergeordneten Projekts H2Emsland, für das Investitionen von über 200 Millionen Euro vorgesehen sind. Die Mittel fließen in einen 100-Megawatt-Elektrolyseur bei Evonik, eine 15 Kilometer lange Pipeline-Erweiterung und Industrieversorgungsverträge für grünen Wasserstoff ab 2028.
Der Wirtschaftsminister von Niedersachsen betont die Bedeutung der Region Emsland als zentralen Knotenpunkt in der deutschen Wasserstoffstrategie. Das Vorhaben zielt darauf ab, die CO₂-Emissionen der Industrie zu senken und gleichzeitig neue Investitionen in die Region zu lenken.
Die Fertigstellung der Pipeline im Jahr 2027 wird für Meppen und das gesamte Emsland einen bedeutenden Wandel einläuten. Industriestandorte erhalten direkten Zugang zu Wasserstoff, was die Dekarbonisierungsbemühungen und das langfristige Wirtschaftswachstum fördert. Die ersten Lieferungen von grünem Wasserstoff werden ab 2028 erwartet.