Medizinisches Cannabis auf Reisen: Neue Warnungen für Patient:innen im Schengen-Raum
Finn ZimmermannMedizinisches Cannabis auf Reisen: Neue Warnungen für Patient:innen im Schengen-Raum
Die erste große Frühlingsreisesaison 2026 hat ein wachsendes Problem für Patientinnen und Patienten aufgedeckt, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind. Da immer mehr Menschen Grenzen überqueren, wird die Frage, wie man verschreibungspflichtige Medikamente legal transportiert, zunehmend dringender. Die deutschen Gesundheitsbehörden gaben am 23. März neue Warnungen heraus, um Reisende vor unerwarteten rechtlichen Konsequenzen zu bewahren.
Nach deutschem Recht dürfen Patient:innen einen persönlichen Vorrat an medizinischem Cannabis für Reisen innerhalb des Schengen-Raums mitführen – allerdings nur für Aufenthalte von maximal 30 Tagen. Voraussetzung ist ein gültiges Artikel-75-Zertifikat, das von der örtlichen Gesundheitsbehörde ausgestellt wird. Dieses Dokument muss präzise Angaben enthalten: den Namen der Patientin oder des Patienten, die Dosierung, die Gesamtmenge sowie die genauen Reisedaten.
Das Cannabis muss in der Originalverpackung der Apotheke bleiben und stets im Handgepäck mitgeführt werden. Diese Vorschriften ergeben sich aus dem Cannabisgesetz (CanG), das den Umgang mit medizinischem Cannabis in Deutschland neu regelt.
Reisen außerhalb des Schengen-Raums gestalten sich deutlich komplizierter. Betroffene sollten sich spätestens acht Wochen vor Abreise an die Botschaft oder das Konsulat des Ziellandes wenden. Jedes Land hat eigene Einfuhrbestimmungen – wer diese nicht prüft, riskiert ernsthafte juristische Probleme. Ein ausführlicher Ratgeber mit dem Titel "Medizinisches Cannabis weltweit: Welche Regeln gelten im Ausland" bietet länderspezifische Informationen für alle, die internationale Reisen planen.
Die aktuellen Hinweise sollen Patient:innen vor Beschlagnahmungen, Bußgeldern oder sogar Strafverfolgung im Ausland schützen. Mit den richtigen Unterlagen und Vorbereitungen bleiben kurze Trips innerhalb des Schengen-Raums unkompliziert. Für Fernreisen sind nun frühzeitige Recherche und Botschaftskontakte unverzichtbare Schritte vor der Abreise.






