Maschinenbau 2026: Leichte Erholung, doch Reformen dringend nötig
Deutschlands Maschinenbau und Anlagenbau blicken mit gedämpftem Optimismus auf das Jahr 2026. Zwar wird ein leichtes Wachstum erwartet, doch Branchenvertreter warnen dringend vor der Notwendigkeit tiefgreifender Reformen. Auf der diesjährigen Hannover Messe wurden die Forderungen nach Veränderungen in den Bereichen Steuern, Arbeitszeiten und Rentenpolitik immer lauter vorgetragen.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) prognostiziert für 2026 eine leichte Erholung im Maschinen- und Anlagenbau. Die Produktion soll um lediglich ein Prozent steigen – nach einer Phase der Stagnation. Zwar hatte sich die Geschäftslage bis Ende 2025 langsam verbessert, doch zu Beginn des neuen Jahres trübte sich die Stimmung erneut ein, bedingt durch anhaltende Risiken.
Branchenführer setzen nun Hoffnung auf die steigenden Verteidigungsausgaben als möglichen Rettungsanker. Der VDMA erwartet, dass sich das defensebezogene Geschäft für Maschinenbauer innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre verdoppeln wird. Die geplanten Investitionen in Milliardenhöhe könnten der Branche dringend benötigten Auftrieb verleihen.
Auf der Hannover Messe übt VDMA-Präsident Bertram Kawlath scharfe Kritik an der Regierungspolitik. Stückwerk-Lösungen reichten nicht mehr aus, betonte er. Ohne grundlegende Reformen drohten dem deutschen Industrie-Standort langfristige und irreversible Schäden. Zu seinen zentralen Forderungen zählen niedrigere Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben, flexiblere Arbeitszeitmodelle sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters.
Auch Gunther Kegel, Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), teilt diese Sorgen. Der ZVEI rechnet für 2026 mit einem Produktionsplus von zwei Prozent – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich die Lage im Iran bis Mitte des Jahres stabilisiert. Kegel unterstrich, dass der Reformstau nicht länger ignoriert werden dürfe.
Die Wachstumsaussichten für den Maschinenbau bleiben 2026 fragil, wobei Rüstungsaufträge einen der wenigen Lichtblicke darstellen. Die Verbände machen unmissverständlich klar: Ohne zügige politische Weichenstellungen droht Deutschland weiter zurückzufallen. Im Mittelpunkt der Reformforderungen stehen nun Steuersenkungen, Arbeitsmarktreformen und Anpassungen im Rentensystem, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.






